Leben und Tod trennt nur eine Tür
Das Kinderhospiz im Burgholz ist nicht selten auch ein Ort der Lebensfreude — wie etwa beim gestrigen Tag der Offenen Tür.
Burgholz. Der Waldweg, der zur Kaisereiche 105 führt, ist mit grünen Luftballons geschmückt. Unterwegs kommt man an Rittern, Star-Wars-Figuren und einem lebensgroßen Plüsch-Fuchs vorbei. Erreicht man das Gebäude am Ende des Weges, hört man fröhliches Kinderlachen, Stimmen die zu Liedern mitsingen und rhythmisches Trommeln. Auf einer Bühne führen Kindergarten-Kinder das „Dschungelbuch“ auf.
Bei der ausgelassenen Stimmung könnte man glatt denken, dass man sich in einem Freizeitcamp für Kinder und Jugendliche befindet. Doch hinter der Adresse Zur Kaisereiche 105 verbirgt sich das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Burgholz. Dieser Ort, der sich am Sonntag so voller Lebensfreunde zeigte, ist eigentlich ein Ort des Abschieds und der Trauer. Zum Dank an alle Mitarbeiter, ehrenamtlichen Helfer und auch Geldspender lud die palliative Einrichtung zum Tag der offenen Tür ein und feierte ein großes Fest. „Natürlich wird bei uns Abschied genommen und getrauert, aber wir feiern auch das Leben“, sagt Christina Cramer vom Pflege-Team.
Zum Tag der offenen Tür zeigte sie den Besuchern den Kreativraum des Hospizes und machte deutlich, dass es nicht nur zu Festen so bunt und lebensfroh in der Einrichtung hergeht. „Hier bemalen wir mit unseren Patienten Baumscheiben, basteln kleine Herzchen als Muttertagsgeschenk oder gestalten kleine Aufbewahrungsdosen. Dabei haben die Kinder immer richtig viel Spaß. Auch wenn es eigentlich traurig ist, aber sie freuen sich, mit ihren Basteleien eine Erinnerung für Eltern und Geschwister hinterlassen zu können“, erklärt Christina Cramer.