Holtmann: Dem Feuer folgt die Solidarität

Holtmann: Dem Feuer folgt die Solidarität

Nach dem Großbrand bei der Firma Holtmann läuft die Hilfe im Stadtteil an — mit einem Dank an die Einsatzkräfte.

Cronenberg. Nebel, Regen, Waschküchenwetter — und noch immer riecht es nach Feuer. Am Morgen nach dem Großbrand auf dem Gelände der Werkzeugfirma Holtmann herrscht im Stadtteil Ausnahmezustand. Was aber noch lange nicht heißt, dass es dabei bleibt: „Anteilnahme gibt es aus ganz Cronenberg“, wird Firmenchef Alexander Holtmann einige Stunden später berichten, und selbst am Sonntag stehen die Telefone nicht still: Abgesehen davon, dass nach dem verheerenden Großbrand in der Nacht auf Freitag eine Menge zu regeln ist, damit der Familienbetrieb mit seinen insgesamt gut 30 Mitarbeitern weiter läuft, bekunden nicht nur viele Nachbarn ihre Solidarität. „Da merkt man, dass wir hier im Stadtteil immer noch eine große Familie sind.“

Am dringendsten ist jetzt die Suche nach Lagerflächen, nachdem der Hallenkomplex, den unter anderem auch eine Schlosserei und ein Anbieter für Tierbedarf (siehe Infokasten) genutzt haben, nicht mehr zur Verfügung steht: Holtmann ist ein Spezialist für das Handwerk, liefert unter anderem Fliesenschneider, Hämmer sowie Werkzeuge zum Verlegen und Verfugen. Zu den Kunden gehören unter anderem Baumärkte und Fachhändler — und sie müssen auch nach dem Großbrand mit Millionenschaden so schnell wie möglich wieder beliefert werden. Da sei es — bei aller Not — umso erfreulicher, dass gerade auch Cronenberger Firmen unbürokratisch Hilfe angeboten haben, sagt Alexander Holtmann.

Der 43-Jährige hat das Unternehmen am Standort Unterkirchen vor fünf Jahren übernommen — und ebenso wie Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky dankt er den Einsatzkräften und Unterstützern der letzten Tage: Gerade auch die Feuerwehr habe in der Brandnacht Großes geleistet und Cronenberg vor noch größerem Schaden bewahrt: An den weitläufigen Hallenkomplex grenzen nicht nur Büros, Firmen sowie das Theater in Cronenberg (TiC): Auch die Wohnhäuser neben den Hallen galt es zu schützen.

Hier zog insbesondere die Freiwillige Feuerwehr alle Register, als es darum ging, die evakuierten Anwohner in Sicherheit zu bringen: Viele Anwohner verbrachten die Nacht im Gastraum der Einheit Cronenberg und wurden dort auch mit Essen versorgt. (siehe Leserbrief Seite 26). Mit „an Bord“ war hier das Rote Kreuz. Mit den Nachlöscharbeiten war die Feuerwehr selbst am Sonntag noch beschäftigt. Für die Firma gehe es gerade jetzt um kurze Wege, erklärt Holtmann: Eigene Lagerhallen in Krefeld zu nutzen, komme nur bedingt in Frage. „Wir müssen schon etwas in der Nähe finden.“

Und schon am Morgen nach dem Großbrand ließ Firmengründer Hans-Rudolf Holtmann auch daran keinen Zweifel aufkommen: „Wir machen weiter wie gewohnt und werden das hier meistern.“ Die Wirtschaftsförderung wurde ebenso kontaktiert wie die Stadtspitze. Dass die Halle neu errichtet wird, steht dabei ebenfalls außer Frage.

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