Herbstmarkt — „damit was passiert“

Herbstmarkt — „damit was passiert“

Ohne verkaufsoffene Sonntage wird der Handel kreativ und weitet das Fest auf den Samstag aus.

Cronenberg. In diesem Jahr dehnt sich der Herbstmarkt in Cronenberg zu einem Feierwochenende aus. Die Idee von Udo Schmidtke (Partyservice Schmidtke) ist aus der Not geboren. „Weil wir keine verkaufsoffenen Sonntage mehr genehmigt bekommen, machen wir jetzt lange Verkaufssamstage“, erläutert Schmidtke die Strategie aus der Händlerschaft.

So sollen die Läden in der Cronenberger City am Samstag bis 18 Uhr ihre Pforten geöffnet halten. Um 14 Uhr soll die Live-Musik von Florian Danowski die Kauflaune ankurbeln. Die Erwachsenen dürfen sich auf Grillgut und Reibekuchen freuen, die Kinder wird es vor allem zum alten Rathausplatz ziehen, wo eine Hüpfburg, Karussells sowie Stände mit Süßigkeiten und Getränken locken.

Am Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr knüpft dann der bekannte Herbstmarkt im Cronenberger Festsaal an der Holzschneiderstraße 16 an. Frisch gepresster Apfelsaft vom Bauern lässt herbstliche Stimmung aufkommen und schwindelfreie Cronenberger können sich mit einem Kran auf 40-Meter-Höhe heben lassen, um so einen einzigartigen Blick aufs „Dorp“ zu erhaschen. Rund 20 Stände bieten hausgemachte Produkte wie Honig oder Strickmützen an.

Organisator Udo Schmidtke ist froh, dass die Zusammenarbeit der Einzelhändler auch nach dem Zwangsende der Werbegemeinschaft WiC noch funktioniert. Als einen „losen Zusammenschluss“ bezeichnet er die Gruppe der rund 25 übrig gebliebenen Händler, die sich regelmäßig treffen, um Veranstaltungen wie den Herbstmarkt auszuhecken. Auf dem kurzen Dienstweg werde da auch mal Geld gesammelt, so wie auch jetzt wieder, um die Live-Musik auf die Beine zu stellen. „Wir machen das, damit hier was passiert“, sagt Schmidtke. Er weiß, wie wichtig die verkaufsoffenen Sonntage seinen Händlerkollegen waren, die an diesen Tagen ein Vielfaches des normalen Umsatzes generierten.

Eine andere Sonderveranstaltung, die die Händler für das kommende Jahr realisieren wollen, ist eine lange Verkaufsnacht, bei der die Geschäfte sich an einem Freitag bis zum Mondschein präsentieren. Das alles ist ein Notnagel. Udo Schmidtke wünscht sich die verkaufsoffenen Sonntage zurück. Doch seit Verdi eine strengere Durchsetzung der Gesetzeslage erwirkt hat, würden die Cronenberger an der Genehmigung scheitern. Schmidtke ist verärgert: „Das ist vom Denkansatz absolut daneben.“ In Cronenberg stehe in den allermeistern Fällen der Selbstständige selbst hinter der Theke und keine Angestellten, die es zu schützen gilt.

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