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Halder schluckt Traditionsfirma Picard

Halder schluckt Traditionsfirma Picard

Der Standort in Cronenberg soll voll erhalten bleiben. Ein 2,2-Millionen-Euro-Invest ist geplant.

Cronenberg. „Wir haben ein gutes Gefühl“, sagt Dietmar Vimpel, Betriebsratsvorsitzender des Hammer-Herstellers Joh. Hermann Picard GmbH & Co. KG. Das Cronenberger Unternehmen wird zusammen mit seiner hundertprozentigen Tochter, der benachbarten Ruthe Hammerfabrik GmbH & Co. KG, zum 1. Juli an das baden-württembergische Unternehmen Erwin Halder KG (Achstetten) verkauft.

Halder schluckt Traditionsfirma Picard
Foto: Volker Strohmaier/Klaus Stukemeier

Schon die Tatsache, dass das 160 Jahre alte Cronenberger Traditionsunternehmen am selben Standort, nämlich Rottsiepen, unter dem Namen „Picard GmbH“ weiter geführt wird, darf als gutes Omen gewertet werden und trägt auch zur Beruhigung der 70 Mitarbeiter starken Belegschaft bei. „Standort und Produkt-Palette bleiben voll erhalten“, so Picard-Geschäftsführer Frank Simon, der das Unternehmen, die neue „Picard GmbH“ auch weiterhin als Geschäftsführer leiten wird.

„Halder wird in den nächsten drei Jahren hier in Cronenberg 2,2 Millionen Euro investieren. Und zwar in Maschinen, die schneller arbeiten. Außerdem wird ein Technologie-Transfer stattfinden, denn wir sind dann auch in der Lage, das Know-how von Halder zu nutzen“, so Simon. Man wolle das Unternehmen zukunftsfähiger machen und auf dem Weltmarkt zusammen mit Halder mit den Qualitätsprodukten eine noch größere Rolle spielen. „An unserem Standort soll mit der gleichen Belegschaftsstärke einfach mehr Umsatz gemacht werden. Und durch die Zusammenlegung des Vertriebs von Picard und Halder werden wir weltweit unsere Präsenz am Markt verstärken“, sagt Simon, der die Mitarbeiter unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung am 24. April umfassend informiert hat.

„Zunächst einmal waren die Angestellten hier im Haus überrascht. Aber, als dieser Schritt erklärt worden war, hat man es verstanden, und danach gab es auch keine Unruhe im Betrieb“, erläutert Simon und führt aus: „Die bisherigen Räumlichkeiten sind für die nächsten zehn Jahre angemietet mit einer Option auf weitere Jahre. Also herrscht auch auf diesem Gebiet Kontinuität.“ Betriebsrat Dietmar Vimpel, berichtet: „Erwartet haben wir so einen Schritt schon längere Zeit, die Kollegen waren aber überrascht, dass es dann so schnell gegangen ist.“ Bezüglich der Arbeitsplatzsicherung konnte er beruhigen. „Ich bin sicher, dass sich durch die Firmenzusammenlegung für unser Unternehmen neue Perspektiven ergeben“, gibt sich der Belegschaftsvertreter sehr optimistisch.

Picard-Firmenleitung und Betriebsrat werden am 19. Mai zu einer Betriebsbesichtigung nach Achstetten fahren, um dort auch vor Ort mit der dortigen Firmenleitung und den süddeutschen Kollegen zu sprechen und über künftige Gemeinsamkeiten zu beraten. Eine Zusammenarbeit der Unternehmen, hat es auch vorher schon gegeben, schließlich lässt die Erwin Halder KG ihre Produkte in Cronenberg schmieden.

Wie die 160 Jahre alte Joh. Hermann Picard GmbH & Co. KG ist auch die Erwin Halder KG ein alteingesessenes Familienunternehmen, das 1938 gegründet worden ist und derzeit im Stammhaus Achstetten bei Ulm etwa 300 Mitarbeiter beschäftigt und für den deutschen, wie auch für den internationalen Markt arbeitet . Die Joh. Hermann Picard GmbH & Co. KG wurde 1857 gegründet und stellt wöchentlich 20 000 Hämmer in 350 speziellen Ausführungen sowie 10 000 Stahlrohrwerkzeuge für Industrie, Bau und Handwerk her.