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Galvanik-Altlasten: 15.000 Tonnen weniger Sorgen

Galvanik-Altlasten: 15.000 Tonnen weniger Sorgen

Die Altlasten-Sanierung auf dem früheren Galvanik-Gelände läuft auf Hochtouren. Jetzt wird massenweise Erdreich ersetzt.

Cronenberg. Diese Baustelle im Wuppertaler Süden hat es in sich — und das im wahrsten Sinne des Wortes: In bis zu neun Meter Tiefe wird auf dem Ex-Galvanik-Betriebsgelände an der Unterkohlfurth gearbeitet, um aus der Grube insgesamt gut 15.000 Tonnen Erdreich abzufahren. Die Altlasten-Sanierung schlägt — wie berichtet — mit drei Millionen Euro zu Buche und soll das Grundwasser in Zukunft vor krebserregenden Giftstoffen wie Chromat schützen.

Bei einem Ortstermin informierte die Stadtverwaltung gestern Nachmittag Mitglieder des Umweltausschusses über den Stand der Bauarbeiten, die voraussichtlich bis Ende April unter erheblichen Sicherheitsauflagen zu Ende gebracht werden: Auf eine Größe von gut 1400 Quadratmetern bringt es die Fläche, die „beackert“ werden muss, um das belastete Erdreich abzutragen, auf Lastwagen zu verladen, vor dem Abtransport abzudecken und auf Sonderdeponien zu bringen. Auch das neue Erdreich für die Unterkohlfurth wird unter Aufsicht der Bauüberwachung angeliefert und in das Gelände eingearbeitet. Etwa 8000 Tonnen Boden habe man bereits ausgebaggert und abgefahren, sagt Hubert Nobis vom Ressort Umweltschutz, der das Projekt für die Stadt leitet.

Mit dem Abtransport wurde die Entsorgungsfirma Remondis beauftragt. Kritische Fragen zur aktuellen und langfristigen Schadstoffbelastung gab es beim Ortstermin gestern von Anwohnern: Zuvor hatte die Stadt erklärt, dass grundsätzlich keine Gesundheitsgefahr bestehe, weil das Grundwasser in diesem Bereich nicht als Trinkwasser genutzt werde. Komplett frei von Schadstoffen bekomme man die alte Galvanik-Fläche auch durch die Sanierung nicht — minimiere jedoch das Risiko.

Wichtig war den Anwohnern die Information, dass das Abwasser der Lkw-Reifenwaschanlage auf der Baustelle gesondert aufgefangen und beseitigt wird. In den Kanal und damit ins Abwasser gelange es nicht, sagt Nobis. Abgesehen davon, dass die obere Kohlfurth nicht von Schadstoffen betroffen sei, wird das Gelände nach der Sanierung wieder normal zu betreten sein und bepflanzt. Durch Befeuchten soll gegebenenfalls verhindert werden, dass Baustellen-Staub auf die Nachbargrundstücke gelangt. Unterhalb der Baustelle wird das Grundwasser zur Wupper hin auf dessen Belastung hin untersucht.