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Eine neue Eiche für die Hahnerberger Wehr

Eine neue Eiche für die Hahnerberger Wehr

Die Freiwillige Feuerwehr feiert ihr 125-jähriges Bestehen und blickt zurück.

Hahnerberg. Eigentlich begann alles mit einem Irrtum. An einem Sommerabend im Jahr 1883 spiegelte sich die untergehende Sonne im Fenster der Gaststätte "Zum Schwan". Mehrere Wanderer meinten, ein lichterloh brennendes Feuer in der Reflexion zu erkennen. Alarmieren konnten sie allerdings niemanden, denn eine Feuerwehr existierte damals am Hahnerberg nicht.

Es war ein Irrtum, der glimpflich ausging, aber für die Bürger am Hahnerberg trotzdem eine Lehre - sie gründeten die Freiwillige Feuerwehr.

40 Freiwillige trafen sich daher am 6. Juli 1883 unter einer Eiche am Neuenhauser Berg und wählten ihren Hauptmann. Für 800 Mark, ein Betrag, für den man heute nicht einmal einen Feuerwehrmann komplett ausrüsten kann, kauften die Feuerwehrmänner Uniformen und Ausrüstungsgegenstände - die Brandbekämpfer waren einsatzbereit.

Seitdem hat sich viel verändert: 125 Jahre später steht die alte Eiche nicht mehr am Neuenhauser Berg. Auch das 1931 erbaute Feuerwehrhaus musste einem Supermarkt weichen. Dafür bekam die Freiwillige Feuerwehr Hahnerberg 2006 ein neues Hauptquartier. Und das nutzen viele: "Jeder Wuppertaler, der sich in den vergangenen 50 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr angeschlossen hat, wurde am Hahnerberg unterrichtet", erklärt Dieter Schierwagen. Er ist Löschzugführer und spielt auf die Ausbildungsräume im Gebäude am Hahnerberg an. Die Männer sind stolz auf ihr Gebäude.

Auch im Arbeitsalltag eines Löschzuges hat sich viel verändert seit der Gründung im Jahr 1883. Die 234 Einsätze, die im vergangenen Jahr gefahren wurden, decken ein breites Spektrum an Hilfestellungen ab. Neben dem klassischen Löscheinsatz werden auch immer wieder Sturmschäden und Umweltgefahren beseitigt. Leider sorgen auch viele Fehlalarme regelmäßig dafür, dass die Feuerwehrleute ausfahren.

"Das gab es früher auch nicht, denn Brandmeldeanlagen gab es ja nicht", so Schierwagen.

Natürlich sind trotzdem alle glücklich über den Fortschritt in der modernen Brandverhütungstechnik. Dennoch gedachte man bei den Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum auch der Vergangenheit.

Am Freitagnachmittag pflanzte die Freiwillige Feuerwehr eine Eiche an der Stelle, wo sich die 40 ersten Hahnerberger Feuerwehrmänner zur Gründung trafen. Dieter Schierwagen gab seiner Hoffnung Ausdruck: "Die steht hoffentlich in 125 Jahren auch noch."