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Ein Schluck aus der Flasche als Vorbeugung gegen die Hitze

Ein Schluck aus der Flasche als Vorbeugung gegen die Hitze

Heißausbildung auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr.

Hahnerberg. Eins, zwei und Becken kreisen lassen. Was nach einer Übung für Cheerleader aussieht, ist die Einstimmungsphase für eine Heißausbildung auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg. Unter "Aufwärmtraining" hört sich das hämisch an, denn in wenigen Minuten soll es den jungen Teilnehmern nicht warm, sondern richtig heiß werden.

Vorbeugend nehmen Tim Luhmann und Florian Bresch vom Löschzug Sonnborn schon mal einen tiefen Zug aus der Flasche. Sie seien nicht die Spur aufgeregt, sagen sie, aber sehr neugierig. "Bin gespannt, ob die Kleidung das hält, was sie verspricht."

Ausbilder Thomas Hölzl ist die Gelassenheit in Person und weiß aus unzähligen Einsätzen, dass er sich auf die schwere Montur verlassen kann. "Wollen wir mal reingehen?", fragt er. Mit "drinnen" meint er den kunstvoll bemalten Auflieger eines Brummis, der eigens für solche Feuerübungen hergerichtet wurde. Tropisch warm ist es hinter der Einstiegsluke, die Metallwände sind pechschwarz von den Übungsfeuern, die regelmäßig in diesem Container wüten.

Was Hölzl dann erläutert zu Ventilen, Löschmethoden und Brandherden, klingt nach höchster Mathematik und überzeugt sogleich, dass man viel Erfahrung braucht, um im entscheidenden Augenblick das Richtige zu tun. "Feuer aus einer Gasflasche nie löschen, sonst knallt es. Und wenn ihr das Ventil zudreht, dann immer von hinten drangreifen, damit euch das Feuer nicht in den Ärmel kriecht."

Auf komplizierte Anweisungen folgt der simulierte Ernstfall. Hölzl und drei junge Feuerwehrleute aus Wuppertal legen ihre Atemschutzgeräte an und steigen auf das Dach des Aufliegers. Zu den gespenstisch zischenden Luftzügen aus der Sauerstoffflasche gibt der Ausbilder letzte Kommandos. "Unten im Keller brennt es. Wir zählen laut bis drei, stoßen die Tür auf und machen erst mal eine Rauchgaskühlung." Damit verschwindet die Gruppe in dem Blechbehälter, aus dem wenig später nur noch Rauch, Löschwasser und martialische Rufe dringen.

"Feuer ist ja gar nicht mehr unsere Hauptaufgabe", sagt Hölzl später. "Strahlenschutz oder technische Unfallhilfe sind längst in den Vordergrund getreten. Deshalb kann der Nachwuchs nur schwer Erfahrungen sammeln." Um dennoch gewappnet zu sein, sind solche Übungen unerlässlich. Während Sascha Krautwald und Patrick Aschenbach nach dem heißen Manöver einen Liter Mineralwasser hinunterstürzen, steht Kollegin Marina Freund nicht mal eine Schweißperle auf der Stirn. "Die ist frech", sagt Hölzl anerkennend. "Aus der könnte noch was werden."