1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Stadtteile
  4. Cronenberg

Cronenberg: Ein Museum über die Nass-Schleiferei

Cronenberg : Ein Museum über die Nass-Schleiferei

Mit Unterstützung des Landschaftsverbandes soll im Manuelskotten eine neue Ausstellung über das alte Handwerk entstehen.

Wuppertal. Ein schönes Geschenk zum 25. Geburtstag: Der Förderverein Manuelskotten erhielt jetzt die Zusage für voraussichtlich 22 000 Euro zur Aufbereitung seiner Ausstellung im Manuelskotten zu einem kleinen Museum. „Das entspricht genau unserem Antrag“, sagt Reinhard Grätz, Vorsitzender des Fördervereins erfreut.

Cronenberg: Ein Museum über die Nass-Schleiferei

In dem Industrie-Denkmal im Kaltenbachtal können Besucher heute noch Schleifer Dirk Fromm bei der Arbeit beobachten. Wie vor hundert Jahren schärft er Schneiden und Klingen — heute vor allem Cuttermesser für Fleischwölfe — an großen Schleifsteinen, die mit Wasser feucht gehalten werden.

Als Antrieb dient meistens das große Wasserrad mit einem Durchmesser von 5,60 Metern. Wie es die Kraft auf die Schleifsteine überträgt, ist im Inneren des Kottens gut sichtbar. Die 144 abgenutzten Zähne eines riesigen Holzzahnrads haben Mitarbeiter der Firma Knipex in diesem Jahr erneuert, ebenso ein weiteres kleines Zahnrad aus Metall. „Das ist nicht bezahlbar“, betont Grätz.

Er verweist stolz auf zwei weitere alte Maschinen: „Wir können hier die gesamte Energiegeschichte zeigen: die jahrhundertelang genutzte Wasserkraft, dann Dampf mit der Dampfmaschine, dann Diesel.“ Es folgte Elektrizität. Die nutzt Dirk Fromm heute auch, wenn der Kaltenbach zu wenig Wasser führt.

Im ersten Stock des Gebäudes befindet sich die Sammlung des Fördervereins. Hier sind in Schaukästen an Wänden und in Tischen alte Dokumente und Fotos, Sensen und Messer zu sehen sowie zahlreiche alte und neue Hammer, Zangen, Bohrer und Sägen aus anderen Cronenberger Betrieben.

Die meisten der Werkzeuge wandern aber demnächst in ein Depot. Denn die neue Ausstellung soll nur ein Thema haben: „Wir konzentrieren uns auf die Nass-Schleiferei“, erklärt Reinhard Grätz. Das bedeutet mehr Platz für die einzelnen Ausstellungsstücke und für Erläuterungen dazu. Filme sollen die Exponate ergänzen.

Die Ausstellung erarbeitet der Förderverein mit der Kulturwissenschaftlerin Anka Dawid, die auch schon beim Antrag an den Landschaftsverband mitgeholfen hat. Der hat 12 000 Euro für 2016 bewilligt, stellt weitere 10 000 Euro für 2017 in Aussicht. In zwei Jahren soll die Ausstellung fertig sein. Für 2018 plant der Verein, ein museumsdidaktisches Konzept zu entwickeln.