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Wuppertal: Drehorgel-Tag kurbelt auch den Einzelhandel an

Wuppertal : Drehorgel-Tag kurbelt auch den Einzelhandel an

Der besondere Anlass bot den Läden eine Möglichkeit, den Verlust der fehlenden Shopping-Sonntage auszugleichen.

Cronenberg. Kaiserwetter beim dritten Cronenberger Drehorgel-Tag: „Das haben wir extra für den heutigen Samstag bestellt“, scherzt Sonja Krefting, die mit ihrem Ehemann Bernd an der Ecke Haupt- und Rathausstraße mit ihrer 13 Jahre alten, wunderschön ausstaffierten Drehorgel steht und „Rot sind die Rosen“ spielt. „Zuhause haben wir noch eine ganz alte Drehorgel. Ich höre diese Musik einfach so gerne“, erzählt sie und dreht unermüdlich die Kurbel.

Auch ihr eigenes Outfit hat das Ehepaar der nostalgisch anmutenden Orgel angepasst. Ein weißes Hütchen mit rosafarbenen und lila Blümchen auf dem Kopf, ein langer schwarzer Rock und ein schwarz-weiß gemustertes Oberteil trägt die Orgelspielerin, ihr Mann punktet mit einer Weste in den gleichen Farben, schwarzer Hose und einem schwarze Hut mit Band. „Es muss ja auch was fürs Auge geboten werden“, betont Sonja Krefting. Spielen könnte sie auf ihrer Drehorgel nahezu alles: „Wenn einer einen Wunsch hat, dann können wir uns darauf einstellen. Bis dahin spielen wir einfach das, was uns gerade so einfällt.“

Und das kommt bei den Menschen, die offensichtlich gut gelaunt durch Cronenberg schlendern, wunderbar an. Neben den Kreftings sind an diesem verkaufsoffenen Samstag noch vier weitere Drehorgelspielerinnen und -spieler unterwegs — alle in einer sehenswerten Kostümierung. Sie spielen an wechselnden Standorten in Cronenbergs Ortsmitte und treffen sich zum Abschluss, dem sogenannten Ab-Orgeln auf dem Hans-Otto-Bilstein-Platz an der Friedenseiche.

In den umliegenden Geschäften herrscht derweil reges Treiben. Darüber freut sich Michael Ackermann, der bis zur Auflösung der Cronenberger Werbegemeinschaft vor vier Jahren als Vorsitzender fungiert hatte. „Die Auflagen, die von Verdi für einen verkaufsoffenen Sonntag verlangt werden, können wir nicht erfüllen. Da kam uns die Idee zu einem verkaufsoffenen Samstag

23 Einzelhändler machen jetzt bei der Premiere mit, haben sich mit einem kleinen Obolus an den Kosten beteiligt“, erzählt er und schwärmt von seinem „antiken Stadtteil mit Charme“, zu dem die Orgelspieler doch so gut passen würden. Die Leute würden solche Tage, an denen die Geschäfte länger geöffnet haben und sie in Ruhe einkaufen könnten, lieben. „Wenn es sonntags nicht geht, dann machen wir es eben samstags.“

Eingeklinkt in diesen Aktionstag hat sichkurzfristig auch die Cronenberger Feuerwehr mit einer Fahrzeugausstellung und leckeren Bratwürstchen für die Besucher.