Das Bandwebermuseum braucht einen neuen Standort

Das Bandwebermuseum braucht einen neuen Standort

Die Realschule in Küllenhahn hat Eigenbedarf, weil die Schülerzahlen steigen. Allerdings ist das Goldzack-Gebäude keine Alternative mehr.

Küllenhahn. Es ist etwas Besonderes, bedeutsam und genießt allseits größte Wertschätzung: das Bandwebermuseum in der Friedrich-Bayer-Realschule. Es zeigt die Geschichte der Handwerks- und Industriegeschichte der Bandweberei. Das Problem: Die Schule platzt aus allen Nähten und bräuchte die dem Museum zur Verfügung gestellten Räume. Ein Umzug tut Not. Die von der Stadt seit etwa einem Jahr angedachte Unterbringung im ehemaligen Goldzack-Gebäude an der Wiesenstraße ist wohl geplatzt.

Seit Jahrhunderten haben Bandweberei und Flechterei Stadt und Menschen in Wuppertals geprägt. Nur in der Bandweberei Kafka wird heute noch nach dieser Tradition gearbeitet. Darüber hinaus erinnern das Bandwirkermuseum in Ronsdorf und besagtes Bandwebermuseum im Schulzentrum Küllenhahn an die Erwerbszweige und ihre Kultur. Möglichst echt und hautnah und mit großem ehrenamtlichem Engagement. So wurde in der Realschule eine Hausweberstube eingerichtet, wie sie um 1920 aussah. „Die Geräte sind funktionstüchtig — bis hin zum imponierend großen Jacquardwebstuhl vom Ende des 19. Jahrhunderts“, heißt es auf der Homepage des Museums. Besagter Webstuhl wird nun aber zum Problem.

Dass die Realschule mit ihren über 400 Schülern Platzprobleme hat, ist bekannt. Allgemein steigende Schülerzahlen — auch beim benachbarten Gymnasium — bedeuten, dass sich das Problem zuspitzen, nicht auflösen wird. Direktor Hartmut Eulner berichtet: „Als das Museum bei uns eingerichtet wurde, waren wir zweizügig. Heute ist die Schule nach Plan 3,5-zügig, de facto aber 4,5-zügig, und wir hätten letztes Jahr siebenzügig fahren können. So groß ist der Bedarf.“ Folge: Die Schule muss Schüler abweisen und hat bereits Fach- in Klassenräume umgewandelt. Eine Rückführung des Museumsbereichs würde der Schule zwei weitere Klassenräume bescheren.

Das wissen auch Verwaltung und Politik, weshalb nach einem neuen Zuhause für das gelobte Museum gesucht wird.

Diese Woche griff Ingrid Pfeiffer (FDP) im Kulturausschuss das Thema auf. Und erfuhr vom Beigeordneten Matthias Nocke, dass die Unterbringung im ehemaligen Goldzack-Gebäude von der Verwaltung nicht mehr verfolgt werde. Begründung: Es gebe konkurrierende Nutzungsplanungen, außerdem erzeugten die Bandwirkerstühle zu große Erschütterungen.

Pfeiffer hielt dagegen, dass die Webstühle nicht dauernd in Betrieb seien und bemängelte, dass die Museumsmitarbeiterinnen von der Stadt in der Hoffnung gehalten worden seien, ins Goldzack-Gebäude umziehen zu können.

Nocke warb erfolgreich dafür, den Dialog mit dem Gebäudemanagement (GMW) zu suchen, das bis zur nächsten Sitzung im Dezember einen Bericht erstellen soll. Weitere Quartier-Optionen und eine Zeitschiene inklusive.

In der Tat macht ein Gutachten im Auftrag des zuständigen GMW statische Probleme gegen das Goldzack-Gebäude geltend, wie Schuldezernent Stefan Kühn gegenüber unserer Zeitung bestätigte. Er will zusammen mit dem GMW und den Museumsmitarbeiterinnen nun Alternativen suchen.