Cronenberger werden zu Flüchtlingspaten

Cronenberger werden zu Flüchtlingspaten

Rund 60 Migranten leben derzeit an der Hastener Straße. Das Dörper Bündnis kümmert sich.

Cronenberg. Knapp zwei Jahre ist es her, dass große Flüchtlingswellen aus Kriegsgebieten den Weg nach Deutschland fanden und auf die einzelnen Städte und Regionen aufgeteilt wurden. Auch Wuppertal zeigte Herz und viele helfende Hände hießen die zugereisten Menschen in der Stadt willkommen. So auch rund um die ehemaligen Bürogebäude der Firma Belzer an der Hastener Straße in Cronenberg. Dort wurden 54 provisorische Zimmer für bis zu 170 Flüchtlinge eingerichtet.

„Wir hatten ein Maximum von 95 Bewohnern. Unsere Kapazitäten waren nie ausgeschöpft. Jetzt hat es sich bei 60 eingependelt“, sagt Thomas Orth, Sprecher des Dörper Bündnis für Flüchtlinge „Willkommen in Cronenberg“. Die Bewohner sind überwiegend zwischen 20 und 30 Jahren alt und männlich. Ihre Zimmer zwischen neun und zehn Quadratmeter groß. Ausgestattet mit Betten und Schränken. Toiletten und Kochgelegenheiten teilen sich mehrere Zimmer. „Wir haben viele verschiedene Nationen und alle Bewohner haben eine sehr gute Chance auf ein Bleiberecht. Die gestellten Asylanträge sind noch in der Bearbeitung“, erklärt Orth.

Die Flüchtlinge in Cronenberg sind mittlerweile gut integriert und besuchen regelmäßig Deutschkurse. Einige haben auch einen Praktikumsplatz oder einen Ausbildungsvertrag bekommen. „Wir konnten Flüchtlinge an handwerklichen Firmen mit Heimat in Cronenberg vermitteln. Dazu zählen unter anderem Knipex und Berger“, sagt Orth.

Die Anlaufstelle in der Hastener Straße dient mittlerweile hauptsächlich als Schlafplatz. Zur weiteren Förderung der Integration bietet das Dörper Bündnis für Flüchtlinge ein Begegnungstreffen im Jugendhaus Cronenberg an, das alle zwei Wochen stattfindet. „Die Idee dahinter ist ein soziales Miteinander und unkompliziertes Zusammensein zu schaffen. Im Prinzip wie ein Kneipenbesuch. Man trifft sich und unterhält sich in einer lockeren Atmosphäre“, erzählt Peter Hytrek, Koordinator für Patenschaften und dem Begegnungstreff des Dörper Bündnis für Flüchtlinge.

Unter anderem wird Billard und Tischtennis gespielt sowie gekickert. Zum Begegnungstreff kommen Menschen aus allen Stadtteilen Wuppertals. „Wir sind absolut bunt gemischt. Zu uns kommen unter anderem Menschen aus dem Irak, Syrien, Somalia und natürlich Deutschland. Seit weit über einem Jahr bringen wir Einheimische und Zugereiste zusammen“, sagt Peter Hytrek stolz.

Über den Begegnungstreff hinaus haben Hytrek und sein Team knapp 30 Patenschaften zwischen Flüchtlingen und Deutschen vermitteln können. Hytrek: „Da haben ganze Familien zusammengefunden. Hauptsächlich geht es um die Bewältigung des Alltags und von Problemen. Die Paten stehen bei Fragen zur Verfügung. Da sind auch echte Freundschaften entstanden. Einige treffen sich auch zum Kaffeetrinken.“

Für die Bewohner der ehemaligen Bürogebäude an der Hastener Straße hat das Dörper Bündnis für Flüchtlinge zudem eine Kleiderhalle unter der Leitung von Bart Wolters eingerichtet. Hier sucht die Flüchtlingsinitiative noch dringend freiwillige Helfer. „Auch Kleiderspenden sind immer gewünscht und werden gebraucht. Besonders kleinere Männergrößen und Handtücher“, sagt Thomas Orth. Die Cronenberger haben sich bestens aufgestellt.