Carl-Fuhlrott-Gymnasium: Channa Maron: Comics zeigen das Leben und die Arbeit einer starken Frau

Carl-Fuhlrott-Gymnasium: Channa Maron: Comics zeigen das Leben und die Arbeit einer starken Frau

Ausstellung im CFG thematisiert das Werk der israelischen Schauspielerin und Friedensaktivistin Channa Maron.

Küllenhahn. Die Ausstellung „Vor allem eins: Dir selbst sei treu“ zeigt den Lebenslauf der deutsch-israelischen Schauspielerin und Friedensaktivistin Channa Maron. Seit gestern sind Zeichnungen und Comics über ihren Lebensweg im Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG) zu sehen. Bis zum 19. März können sich Wuppertaler Schüler über Marons Leben informieren.

Tim Schiller holte die Ausstellung des Goethe-Instituts Israel nach Wuppertal. Er unterrichtet katholische Religion und Deutsch am Gymnasium. „Ich lernte 2015 den Leiter des Instituts kennen und er erzählte mir von Channa Maron.“ Er kannte die Fernseh- und Thea-terschauspielerin nicht. „Aber ihr Lebenslauf beeindruckte mich sehr.“ Geboren wurde Channa Maron — Kinderstar der deutschen 1920er Jahre und in Israel sehr bekannt — 1923 in Berlin und starb 2014 in Tel Aviv. Bereits 1933 immigrierte ihre Familie nach Palästina. Jeweils zehn Exponate zeigen unterschiedliche Lebensphasen zwischen Geburt und Tod von Maron. Gefertigt wurden sie von der deutschen Comic-Künstlerin Barbara Yelin und dem israelischen Illustrator David Polonsky an. Die Arbeiten nehmen dabei auch die damalige gesellschaftliche und politische Situation in den Blick — denn diese ist eng mit Marons Engagement verzahnt. Gezeigt wurde die Ausstellung bereits in zahlreichen israelischen Schulen, Museen und auf dem Internationalen Literaturfestival in Berlin.

Sehr bewegende Momente halten die Zeichnungen fest. Die Wuppertaler Journalistin Anne Linsel, sie drehte 1995 einen Dokumentarfilm über Channa Maron, berichtete: „1970 hielt sie sich bei einem Transitflug in München auf.“ Damals gab es einen palästinensischen Terroranschlag, Handgranaten wurden im Flughafen geworfen. „Maron wurde schwer verletzt, ihr linkes Bein musste amputiert werden.“ „Das war für sie aber kein Anlass, in Wut und Hass auszubrechen, sondern sich noch intensiver für den Frieden in ihrem Land einzusetzen.“ Unter anderem dieses Verständnis mache Maron so außergewöhnlich. Außerdem sei sie keine sehr gläubige Person gewesen, erzählte Linsel. Vor ihrer Ausreise aus Deutschland wusste Maron nicht einmal, dass sie Jüdin war - ihre Eltern hatten es ihr nicht erzählt.