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Carl-Fuhlrott-Gymnasium: Schüler spenden für arme Kinder

Carl-Fuhlrott-Gymnasium: Schüler spenden für arme Kinder

Die Schule sammelte für die Tafel.

Küllenhahn. An das Winterhilfswerk besitzt nur noch die ältere Generation eine schwache Erinnerung. „Keiner soll hungern, keiner soll frieren“, lautete damals der Propagandaspruch. Schon bald nach dem Krieg schienen die bitteren Zustände überwunden zu sein. Aber Deutschland muss sich mit der Tatsache vertraut machen, dass zahlreiche Menschen in dieser Gesellschaft angesichts drückender Armut wieder auf Hilfe angewiesen sind, beispielsweise auf die Mahlzeiten der Wuppertaler Tafel.

„Wir müssen nicht mehr weit suchen, um der Armut zu begegnen“, sagt Barbara Wyneken, Lehrerin am Carl-Fuhlrott-Gymnasium in Küllenhahn. Auf ihre Idee geht eine große Spendenaktion für die Kindertafel zurück, die letztlich von der Schüler-Vertretung (SV) mit viel Engagement in die Tat umgesetzt wurde.

Nachdem ein Informationsblatt verteilt worden war, begannen die Schüler, daheim nach nicht mehr benötigtem Spielzeug oder längst überflüssigen Büchern zu fahnden. Vom 9. Dezember an konnten die Fundstücke beim Geschenkestand der SV abgegeben werden.

„Viele Schüler wussten überhaupt nicht, dass es Kinderarmut auch in Wuppertal gibt“, erzählt Wyneken. Aus Betroffenheit heraus hätten die Gymnasiasten großen Elan entwickelt und ihre Geschenke äußerst liebevoll eingepackt. „Man muss ja nicht alles im Internet versteigern.“

„Puzzle 100 Teile, Mädchen ab sechs Jahren“, so steht es etwa auf einem der Zettel, mit denen die Pakete beklebt sind. Die Kurzinformation dient den Organisatoren dazu, die Geschenke in die richtigen Kanäle zu leiten. Schließlich sind annähernd 1000 Pakete eingegangen, die über den Zeitraum der Sammelaktion hinweg in Vitrinen des Gymnasiums ausgelegt waren, um immer wieder an den guten Willen zu appellieren.

Gestern Mittag holten Transporter der Tafel die Weihnachtsgaben ab. Lehrer und Schüler dürfen nun angesichts dieser kurzen Wege sicher sein, dass ihre Spenden bei denen ankommen, die bedürftig sind. Immerhin ist davon auszugehen, dass jedes vierte Wuppertaler Kind unter Bedingungen der Armut lebt und ohne solche Aktionen nicht auf ein Weihnachtsgeschenk hoffen darf.