Auszeichnung für Karatezentrum: Der Weg der leeren Hand

Auszeichnung für Karatezentrum: Der Weg der leeren Hand

Thomas und Claudia Prast erhielten für ihr Konzept den Innovationspreis des Bergischen Städtedreiecks.

Hahnerberg. Das Haus im ungewöhnlichen Pagodenstil an der Ecke Wilhelmring/Hahnerberger Straße lässt etwas Besonderes vermuten. In der Tat ist hier eine „Dojo-Fachakademie“, ein Karatezentrum für Kampfkunst, Gesundheitssport und Selbstverteidigung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Altersklassen. Es ist einmalig vom Konzept und in der Ausführung in Deutschland. Dem Ehepaar Thomas und Claudia Prast brachte es den Innovations-Preis des Bergischen Städtedreiecks ein. Es weckt nicht nur Interesse, es lohnt sich, sich einmal näher mit dem Karatetraining, das seit 1984 auch in Wuppertal im Karate Dojo fest etabliert ist, näher zu beschäftigen. Thomas Prast, Diplomsport- und Karatelehrer und Träger des 4. Dans: „Karate ist eine Kampfkunst sowie Selbstverteidigungs- und Gesundheitssport für alle Altersklassen. Im Training und im Wettkampf wird ein hoher ethischer Anspruch konkret. Nicht Sieg oder Niederlage sind das eigentliche Ziel, sondern die Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit durch Selbstbeherrschung und äußerste Konzentration. Die Achtung des Gegners steht an oberster Stelle.“

Das Schriftzeichen Karate bedeutet übrigens „Leere Hand“. Karate-Do kann stark vereinfacht mit „Weg der leeren Hand“ übersetzt werden. Wettkampfsport wird nicht betrieben. „Das Training umfasst nicht nur Ausdauer, Schnellkraft und Beweglichkeit, sondern auch Entschlossenheit, Willen und kämpferische Intelligenz!“ Für Kinder kann es ein wesentlicher Beitrag zur Entwicklung sein. Es steigert Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. „Sie werden im Training physisch, psychisch und intellektuell geschult, auch lernen sie soziale Kompetenz. Man erfährt durch das Training, gefährliche Situationen schon frühzeitig zu erkennen und ihnen aus dem Weg zu gehen“, erläutert Claudia Prast, die Diplom Trainerin „Taiji Chuan“, im Karate-Dojo mit den weiteren Schwerpunkten Wellness und Gesundheit ist. Bemerkenswert ist, dass in diesen Sportarten der Frauenanteil mit 25 Prozent außergewöhnlich hoch ist. Mittwochs gibt es einen Frauentag, eigens für Teilnehmerinnen am Taiji Quam. Das gehört zu den alten chinesischen Kampfkünsten. Wichtig ist dabei die Verbindung von äußerer Bewegung und innerer Ruhe. Körperbeherrschung, richtige Körperhaltung und Belastung, natürliche Bewegung — die große Genauigkeit lenkt die Konzentration auf den eigenen Körper. Kürzlich kehrte Thomas Prast gleich mehrfach ausgezeichnet vom Verbandstag des Deutschen Karateverbands in Duisburg zurück: Urkunden und Ehrennadeln gab es für 25 Jahre vorbildliche Verbandsarbeit, für 25 Jahre Trainertätigkeit und für seine herausragende Arbeit im Breitensport.

Mehr als 200 Kinder und Erwachsene im Alter von sechs bis 79 Jahren sind Mitglied im Karate-Dojo Wuppertal. Wer sich einmal näher mit dieser Sportart beschäftigen will, kann sich bei einem unverbindlichen Anfängertraining selbst ein Bild machen. Informationen gibt es unter Telefon 59 58 52.

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