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Zwischennutzung: Mit Farbe gegen den Leerstand

Zwischennutzung: Mit Farbe gegen den Leerstand

Die Verschönerungs-Aktion braucht jetzt Sponsoren.

Wichlinghausen. Keine frohe Botschaft: Wuppertals Zwischennutzungsagentur (ZNA) musste in den vergangenen drei Jahren allein 49 diverse Leerstände im Quartier registrieren. 20 ungenutzte Ladenlokale sind es aktuell.

Mit "Leerstand zeigt Farbe" möchte der Künstler Michael Hoffmann nun Aufbruch an die Stelle von Apathie rücken.

Keine leichte Aufgabe angesichts der Tatsache, dass vom Land die Absage an die "Soziale Stadt Oberbarmen-Wichlinghausen" erteilt wurde und das Quartier nun die erhofften Zuschüsse abschreiben muss.

Hoffmanns Idee war es bereits vor drei Jahren, überall dort Farbflecken zu setzen, wo wieder einmal ein Einzelhändler die Waffen strecken und sein Geschäft aufgeben musste.

In grellen Farben leuchtende Folien sollten auf die Scheiben geklebt werden und anzeigen, dass am jeweiligen Ort Handlungsbedarf besteht. In dem Gedanken steckt ein Antagonismus: je mehr Leerstände, desto bunter und markante das Quartier, je weniger Farbe indessen, desto solventer der Wichlinghauser Einzelhandel.

Die Realität machte einen kleinen Strich durch die Rechnung, nicht nur in Form zahlreicher bürokratischer Hürden. Denn obwohl Hoffmann sich auf die Hilfe der ZNA stützen konnte, hat der Appell bei drei Vierteln der betroffenen Immobilienbesitzer keine Früchte getragen. So durften vorerst nur drei Ladenlokale an der Wichlinghauser Straße und eines am Collenbusch mit Folien beklebt werden. Nur durch die eingeschnittenen Hausnummern können Interessenten noch ins Innere des Ladens blicken, um ihre Neugier zu befriedigen: ob dort etwas geschieht, der Raum Ungeahntes birgt oder sich womöglich für eine neue Nutzung eignet. Dieses Spiel mit der Phantasie ist zugleich ein Fingerzeig, dass der Passant selbst seinen Erfindergeist bemühen möge, um Wichlinghausen ein zukunftsfähiges Gesicht zu geben.

Seit dem 1. März ist es der ZNA nicht mehr gestattet, Hoffmanns Vorhaben zu unterstützen. Deshalb sind auch in diesem Fall künftig private Sponsoren und Helfer gefragt, um weitere Leerstände mit der Folienaktion zu erreichen.