Wuppertal: Zukunft des Luhns-Geländes bleibt weiterhin ungewiss

Wuppertal: Zukunft des Luhns-Geländes bleibt weiterhin ungewiss

Beim Schwarzbach-Abend haben sich die Bürger unter anderem mit der Entwicklung der ehemaligen Seifenfabrik beschäftigt.

Oberbarmen. Die Pläne für die seit Jahren ungenutzte Industriebrache der ehemaligen Seifenfabrik Luhns standen im Mittelpunkt des jüngsten Schwarzbach-Abends. Zu der Gesprächsrunde hatte das Büro für Quartierentwicklung in Kooperation mit dem Bürgerforum Oberbarmen ins Jobcenter an der Schwarzbach eingeladen. Knapp 20 interessierte und engagierte Bürger waren der Einladung gefolgt.

Einige Ideen aus vergangenen Schwarzbach-Abenden waren durchaus fruchtbar: der Verbindungsweg zwischen Schwarzbach und Langobardenstraße beispielsweise ist Bestandteil des integrierten Handlungskonzepts der zweiten Förderphase zur Sozialen Stadt geworden. Zudem ist die Verlängerung der Trasse in Richtung Langerfeld geplant.
Als Experten zum Rahmenplan Schwarzbach waren Rüdiger Bleck und Dieter Bieler-Giesen vom Ressort Stadtentwicklung und Städtebau eingeladen, wobei Letzterer zunächst die positiven Aspekte der 1000 Meter lagen Straße hervorhob. Dazu zählten die zentrale Lage, die schnelle Erreichbarkeit des Autobahnkreuzes Wuppertal Nord, die Aufwertung durch die Nordbahntrasse, der stattliche Eisenbahn-Viadukt und einige Immobilien mit hoher „gestalterischer Qualität“.

Unter ihnen das gut erhaltene Verwaltungsgebäude der ehemaligen Seifenfabrik Luhns, die den Standort Wuppertal aus verschiedenen Gründen vor Jahren aufgegeben hat. „Das Luhns-Areal beschäftigt uns seit 2004“, sagte Bieler-Giesen und bekannte, dass die Immobilie aufgrund ihrer Baustruktur schwierig an Investoren zu vermitteln sei.

Drogeriemarkt nicht gewünscht

Dort Einzelhandel, wie einen Drogeriemarkt unterzubringen, sei von der Stadt nicht gewünscht, betonte Rüdiger Bleck, da das den Einzelhandel auf der Berliner Straße schwäche. Das rief Widerspruch im Publikum hervor. Bezirksvertreter Burkhard Rücker (CDU) wies darauf hin, dass es auf der Berliner Straße ein solches Angebot fehle, von einer Schwächung daher keine Rede sein könne. „Der Bedarf ist da, und wer in einen Drogeriemarkt will, muss nach Barmen oder Elberfeld fahren und kauft dann weiter Artikel, die er sonst in Oberbarmen kaufen würde“, betonte ein Zuhörer.

Eine andere Teilnehmerin brachte einen „Luhns-Park“ ins Gespräch, in dem sich in Anlehnung an die einstige Produktion in Oberbarmen neben einem Drogeriemarkt auch Praxen von Ärzten und Physiotherapeuten niederlassen könnten. „Das würde doch passen.“ Den Vorschlag, dass die Stadt das Areal kaufen und zu günstigen Konditionen an Gewerbetreibende vermieten solle, erteilte von Bieler-Giesen mit dem Hinweis auf die Finanznöte der Stadt eine Absage. „Das wäre ein Negativgeschäft. Und das ist nicht erlaubt.“ Worauf aus dem Publikum der Einwand kam, dass der Stadt so aber auch Gewerbesteuer entgehen würde. Die Luhnssche Industriebrache bleibt auch weiterhin ein schwieriges Thema.

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