Wuppertaler K-Wege (6): Zwischen Originalen und treuen Seelen

Wuppertaler K-Wege (6): Zwischen Originalen und treuen Seelen

Der letzte der sechs K-Wege führt auf die Südhöhen.

Kothen/Lichtscheid. Das sechste und letzte Teilstück des Wuppertaler K-Wege-Wandernetzes ist nichts für schwache Beine — denn zwischen Unterbarmen und Lichtscheid geht es steil bergauf und auch wieder bergab. Wer mit der Buslinie CE 61 zur Haltestelle Oberbergische Straße fährt, kann dort den Rundweg beginnen — das ist nur eine Variante. Als erste Anlage auf der Route liegt die Oberbergische Straße.

Auf jeder der Touren hat Wanderführer Helmut Pfannkuchen bisher Zweige entfernt, die die Weg-Markierungen überwucherten. Als Wanderführer des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) hat er die Pflege der Wegezeichen übernommen — zum Glück, denn dank dieser Fleißarbeit ist es fast unmöglich, sich zu verlaufen.

Das gilt auch für das übrige Wegenetz des SGV von mehr als 33000 Kilometern. 7000 Kilometer sind es im Bergischen Land, 600 davon allein in Wuppertal. Bereits 1911 war die Wuppertaler Abteilung des SGV gegründet worden. „Ohne die ehrenamtliche Arbeit der in Deutschland aktiven 53 traditionellen Wandervereine gäbe es nicht einen Kilometer öffentlich markierter Wanderwege“, ist sich Helmut Pfannkuchen sicher. Für den K-Weg heißt das: Immer dem weißen K auf schwarzem Grund hinterher. So sind schnell die Vereine Dahls-Hain, Kothener Wald und Kothen durchwandert.

In der Anlage Springen beginnt der Aufstieg gen Südhöhen: Treppen steigen ist angesagt. Es lohnt sich aber nach rechts und links zu schauen, denn viele Gärten des Vereins sind wahre Hingucker. Nicht umsonst hat der KGV Springen 2009 die Silbermedaille im Landeswettbewerb gewonnen. Das liegt zum einen an den einzelnen Gärten, aber auch an der Bereitschaft der Mitglieder, die Anlage selbst in Schuss zu halten.

Josef Lochschmidt zum Beispiel, pflegt nicht nur mit Helmut Pfannkuchen die K-Wege-Zeichen, sondern ist auch sonst „die treueste Seele im Verein“, sagt der erste Vorsitzende, Wilfried Rind. „Er ist ja auch bereits über 80 Jahre alt, aber ein entscheidender Mann — bei allem mit von der Partie.“

Und auch für den Wanderweg ist der erste Vorsitzende voll des Lobes: „Das Schöne am K-Weg ist ja, dass er nicht an der Peripherie entlang führt, sondern mitten durch die Stadt.“ So gäbe es immer mal wieder größere Wandergruppen, die in das Vereinsheim im Lodge-Stil einkehren, berichtet Wilfried Rind.

Durch den Kothener Busch, wo der K-Weg auf einen Hauptwanderweg und einen Bezirkswanderweg des SGV trifft, geht es nach der Anlage Springen hinauf bis zum Verein Lichtenplatz. Dank der Schatten spendenden Bäume ist es im Wald angenehm kühl, so dass der Aufstieg auch an einem heißen Sommertag nicht sonderlich anstrengend werden muss.

In der Anlage Lichtenplatz angekommen, macht das Herz eines jeden Wuppertalers dann aber doch den ein oder anderen Sprung: Viele Wege des Vereins tragen die Heimat im Namen. So gibt es den Tippen-Tappen-Tönchen-Weg. Andere Wege wurden nach den Wuppertaler Originalen benannt: Zuckerfritz, Minna Knallenfalls und Husch-Husch. Wo es zum Vereinsheim geht, zeigt eine andere Markierung: Der Elberfelder Straßenname „Am Schnapsstüber“ weist den Weg zum Feierabendbier.

Feierabend ist aber auf dem K-Weg noch lange nicht. Bergab geht es in den Christbusch. Wer noch Zeit hat, belohnt sich mit einem Abstecher in den Skulpturenpark von Tony Cragg.

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