Wirtschaftstraining in der Schule

Das Projekt „Fit für die Wirtschaft“ soll Jugendlichen an der Realschule Hohenstein zeigen, wie sie mit Geld umgehen.

Wuppertal. Was wissen junge Menschen von der Wirtschaft, wenn sie die Schule verlassen? Nicht von Bruttoinlandsprodukt, Shareholder-Values oder Kapitalakkumulation, sondern von den ganz alltäglichen Dingen, wie Dispokredit, Überweisung und Handytarif? „Ich kenne eigentlich nur Sparbücher“, sagt Duygu (14). Wie ihr geht es den meisten ihrer Mitschüler in der Klasse 8a der Realschule Hohenstein. Für Wirtschaftsthemen gibt es im Schulunterricht kaum Platz.

Für Brigitte Löpke, Klassenlehrerin der 8a, ein Grund, den Wirtschaftstrainer Michel Mannela einzuladen. Der besuchte die Schüler im Rahmen des Projekts „Fit für die Wirtschaft“ für fünf Doppelstunden.

„Vorher war unser Wissen über Wirtschaftsthemen gleich Null“, sagt Johanna (14). Bei Mannella haben sie gelernt, wie sie theoretisch mit Aktien Geld verdienen können, oder wie man ganz praktisch sein Geld so einteilt, das am Monatsende noch etwas davon übrig ist.

Den Umgang mit Geld haben viele Schüler nie gelernt, bestätigt Löpke. „Viele bekommen einfach dann Geld von ihren Eltern, wenn sie es brauchen. Für sie gibt es nicht den Zwang, selbst zu haushalten.“ Wenn sie das erste Mal auf eigenen Füßen stehen, beginnen oft die Probleme.

Und manchmal auch schon vorher: Bereits heute ein Thema mit vielen Tücken für die Jugendlichen sind zum Beispiel Handy-Verträge. Erfahrungen mit der Kostenfalle haben viele Schüler gemacht. „Jetzt wissen wir, wie man die Kosten im Blick behält, wenn man mit dem Handy ins Internet geht“, sagt Johanna.

Worte, die den Wirtschaftstrainer Mannella freuen. Vor zwölf Jahren wurde das Schul-Wirtschaftsprojekt vom Institut für Wirtschaft Junior und der Targo-Bank ins Leben gerufen. Bereits zum dritten Mal ist Michel Mannella ehrenamtlich in einer Schule, um junge Menschen auf das Wirtschaftsleben vorzubereiten. Die Schüler hätten ein „großes Interesse an wirtschaftlichen Themen“, sagt er. Das er dabei seine Freizeit opfert, ist für ihn kein Verlust: „Mir macht es riesigen Spaß“, sagt er.