Winterpause: Millionen-Baustelle an der Autobahn liegt auf Eis

Winterpause: Millionen-Baustelle an der Autobahn liegt auf Eis

Um die Riesen-Bauteile der Wupper-Talbrücke zu verschweißen, ist es seit Wochen zu kalt. In gut einem Jahr soll der 21-Millionen-Euro-Koloss fertig sein.

Langerfeld/Beyenburg. Die Bauarbeiten an der Wupper-Talbrücke liegen auf Eis — und das im wahrsten Sinne des Wortes: Wie der Landesbetrieb Straßen NRW auf WZ-Nachfrage bestätigt, kämpft man gerade auch auf dieser Großbaustelle mit den Folgen des langen und vor allen Dingen harten Winters. „Jetzt hoffen wir auf anderes Wetter, um schnellstmöglich weiter arbeiten zu können“, erklärt Frank Theissing vom Landesbetrieb in Essen.

Wie berichtet, ist mit der Erweiterung der A 1 auf sechs Fahrspuren ein monumentaler Brückenneubau im Wuppertaler Osten verbunden. Für insgesamt gut 21 Millionen Euro entsteht derzeit der zweite Teil der neuen Wupper-Talbrücke — und das im so genannten Taktschiebe-Verfahren: Das sieht vor, dass die angelieferten Stahlbauteile auf dem Montageplatz neben der Autobahn zusammengesetzt und verschweißt werden, bevor sie im nächsten Schritt Stück für Stück auf die massiven Träger geschoben werden — vom Hammesberger Weg aus Richtung Öhder Straße.

Doch genau hier hakt es seit Wochen: Um angesichts enormer Gewichte belastbare Stahlverbindungen hinzubekommen, dürfe es nicht zu kalt sein, erklärt Theissing. Anfang Dezember habe man sich auf der Großbaustelle noch mit Montage-Zelten beholfen, um bei Schneefall arbeiten zu können — aber dann sanken die Temperaturen massiv, und die Arbeiten mussten aus Sicherheitsgründen eingestellt werden. Mehr als 400 Meter lang und 35 Meter hoch ist die Stahlkonstruktion, auf der später Platz für die zusätzlichen Fahrspuren ist. Ursprünglich war vorgesehen, das Taktschiebe-Verfahren am 22. Dezember abzuschließen — mit dem letzten großen Stahlstück am anderen Ende der A 1.

Mit zu niedrigen Temperaturen habe man aber längst nicht nur auf dieser Autobahnbaustelle zu kämpfen: Auch an der A 40 im Ruhrgebiet sei man beispielsweise nicht daran vorbei gekommen, Bauarbeiten ruhen zu lassen und auf „offenes Wetter“ mit Temperaturen deutlich über null Grad zu warten. Mit einem zweiten Winter dieser Größenordnung — und das innerhalb eines Jahres — habe niemand gerechnet.

Dennoch ist man beim Landesbetrieb zuversichtlich, den Gesamt-Zeitplan an der Wupper-Talbrücke halten zu können: In gut einem Jahr soll bis auf Restarbeiten alles erledigt sein — inklusive Lärmschutz an den Übergängen der 21-Millionen-Euro-Brücke. Das würde die Verkehrslage, zumindest in diesem Abschnitt der A 1, spürbar entlasten.

Mehr von Westdeutsche Zeitung