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Winterdienst: Fahrtberichte sind lückenhaft

Winterdienst: Fahrtberichte sind lückenhaft

Hatzfeld Insgesamt 51 Einsätze führt die Stadt an der Wilkhausstraße auf – aber es gibt keine genauen Zahlen zur umstrittenen Stichstraße.

In der Diskussion um den Winterdienst weist die Stadt auf der einen Seite Beschwerden zurück - räumt aber auf der anderen Seite ein, exemplarisch für die obere Wilkhausstraße keine genauen Einsatzzahlen dokumentiert zu haben. Genau dort übt - wie berichtet - Wohnungseigentümerin Gabriele Drinkmann Grundsatz-Kritik am Winterdienst und hat dazu auch den Bund der Steuerzahler ins Boot geholt. Leider lasse "sich nicht mehr zweifelsfrei ermitteln, wie oft die Sackgasse von den Räumfahrzeugen angefahren wurde", erklärt Stadtsprecherin Martina Eckermann auf WZ-Nachfrage.

Demnach sind in den Streuberichten beim Eigenbetrieb Straßenreinigung Wuppertal (ESW) zwar die Anfahrten der Wilkhausstraße insgesamt dokumentiert - differenzieren dort allerdings nicht auch noch zwischen der Haupt-und der Stichstraße.

"Fest steht, dass die Wilkhausstraße insgesamt 51 mal vom Winterdienst geräumt beziehungsweise gestreut wurde", sagt Eckermann. "Die Fahrer berichten außerdem davon, dass mehrfach Versuche, auch die Stichstraße zu befahren, an im Einmündungsbereich geparkten Fahrzeugen scheiterte." Und auch an der Wilkhausstraße habe man es beim Winterdienst nicht nur mit geparkten Autos auf der Fahrbahn zu tun bekommen, sondern auch mit Hindernissen in Form Schneebergen am Straßenrand.

"Leider können wir nicht mehr feststellen, wie oft die Sackgasse am Ende tatsächlich befahren werden konnte." Im Rahmen der Manöverkritik werde man nach dem Winter auch daraus Konsequenzen ziehen. Dazu gehöre, die Stichstraße zu den Häusern und Garagen aus der Priorität1 herauszunehmen. "Außerdem muss geprüft werden, ob die Sackgasse mit kleineren Fahrzeugen angefahren werden kann", so Eckermann.

Was betroffene Anwohner nicht freuen dürfte: Laut Stadt zählt vor den Verwaltungsgerichten alleine schon der Anfahrtversuch eines Räumfahrzeugs als Winterdienst, "da die Leistung ja erbracht werden sollte, aber nicht konnte." Mit Blick auf die obere Wilkhausstraße als Beispiel - Gabriele Drinkmann kritisiert unter anderem, dass dort wochenlang nicht geräumt und gestreut wurde - gibt es weitere Zahlen von der Stadt: Bei den dort betroffenen Wohnungs- und Teileigentümergemeinschaften veranlage man 122 Eigentumswohnungen gemeinsam mit einer Grundstücks-Frontlänge von 285Metern zu Gebühren für die Straßenreinigung und den Winterdienst: Daraus ergebe sich in diesem Fall für das Jahr 2010 eine Straßenreinigungsgebühr von 949,05 Euro und eine Winterdienstgebühr von 547,25 Euro.

"Umgelegt auf die 122 Eigentumswohnungen wird also jeder Haushalt dort für das Jahr 2010 insgesamt mit 12,26 Euro belastet, dafür für den Winterdienst mit 4,48 Euro."

Ihr gehe es nicht ums Geld, sondern ums Prinzip, erklärt Gabriele Drinkmann unterdessen im Gespräch mit der WZ und steht in Kontakt mit ähnlich betroffenen Eigentümern aus Ronsdorf und Vohwinkel. "Die Menge der Haushalte, die bezahlen müssen, macht es doch aus", sagt die Hatzfelderin. "Und ich zahle doch nicht für eine Leistung, die seit Jahren nicht erbracht wird."