Unterbarmen: Wiedereinzug nach Brand in Wuppertaler Hochhaus

Unterbarmen : Wiedereinzug nach Brand in Wuppertaler Hochhaus

Das Hochhaus an der Haspeler Straße war gut einen Monat lang nicht mehr bewohnbar gewesen.

Unterbarmen. In der vergangenen Woche war Wiedereinzug an der Haspeler Straße angesagt. Gut einen Monat nach dem verheerenden Brand in dem Hochaus an der Ecke Friedrich-Engels-Allee kehrten die ersten Mieter zurück. Die Feuerwehr hatte das Gebäude wieder freigegeben. Die Schäden sind aber noch längst nicht alle beseitigt. Der Gastrobetrieb im Erdgeschoss etwa wird noch länger geschlossen bleiben, erzählt die Eigentümerin des Gebäudes.

Am frühen Morgen des 13. Juli war Sperrmüll aus bislang nicht geklärten Gründen in Brand geraten. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. „Sperrmüll fängt nicht einfach so an zu brennen“, so eine Sprecherin. Es werde gegen unbekannt ermittelt, weitere Erkenntnisse gebe es aber noch nicht. Die Eigentümerin hofft, dass die Übeltäter vielleicht doch noch geschnappt werden.

Verletzt wurde damals zum Glück niemand. Der Schaden ist aber immens. Und ein Fall für die Versicherung. In vielen Wohnungen sei gar nicht so viel passiert, so die Eigentümerin. Allerdings sei das Treppenhaus stark in Mitleidenschaft gezogen worden, der Rauch sei in alle Etagen des 30-Parteien-Hauses gezogen. Mehrfach seien Chemiker angerückt, hätten in jeder Wohnung die Luft getestet. „Die Mieter durften regelmäßig in ihre Wohnungen“, betont die Eigentümerin. Nur „richtig“ wohnen dort, sei nicht erlaubt gewesen. Sie hätten bei Verwandten, Bekannten oder den nahegelegenen Hotels unterkommen müssen.

Die Kosten für den Mietausfall übernehme die Gebäudeversicherung, erklärt Silke Kessel, Geschäftsführerin von Haus und Grund Wuppertal und Umgebung, der als einer von zwei Eigentümervereinen in Wuppertal 3600 Mitglieder vertritt. Auch jetzt würden die Mieter nicht die volle Miete zahlen, so die Eigentümerin. Das Haus an der Haspeler Straße sei ihre einzige Immobilie, so die Wuppertalerin.

Noch nicht sicher sei, wer für die Unterbringungskosten der Mieter aufkommt. Man sei in Kontakt mit der Gebäudeversicherung, so Kessel. Diese würde sich aktuell aber weigern. „Wir sehen das aber anders.“ Dass zum Beispiel auf die Hausratversicherung der Mieter hingewiesen werde, akzeptiere Haus und Grund nicht. „Eine Hausratversicherung ist keine Pflicht.“

Kündigen von Mietern habe es auch gegeben, drei davon fristlos. „Dafür sehen wir keine Grundlage“, so die Geschäftsführerin. Die Vermieterin habe sich ja nicht geweigert, dass die Mieter wieder einziehen können. Die Wohnungen seien gesperrt gewesen. Man sei schon mit dem Mieterbund in Kontakt. „Wir rechnen mit einer außergerichtlichen Einigung.“

Nico Federmann, Rechtsanwalt beim Mieterbund, der in Wuppertal gut 12000 Mitglieder hat, spricht bei solchen Situationen wie an der Hasleper Straße von einem Extremfall, der zum Glück selten vorkomme. Es gebe jetzt auch Mieter, die „einfach ein ungutes Gefühl haben, zurück zukehren. Für die ist das wie verbrannte Erde.“

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