Wie zählt man Wanderfische?

Die Fischtreppe am Stausee ist eingeweiht. Jetzt geht es an den Feinschliff — und um das ökologische Monitoring.

Beyenburg. Der Kreis ist geschlossen: Mit der offiziellen Inbetriebnahme des 700.000 Euro teuren Fischaufstiegs ist die Großbaustelle am Beyenburger Stausee beendet und die Wupper nun auch in diesem Abschnitt für Fische und Kleinlebewesen durchgängig.

Dennoch bleibt am idyllischen Gebirgsbach — der gut 190 Meter lange Fischaufstieg wurde unter großem Aufwand naturnah gestaltet — noch etwas zu tun: Um zu überprüfen, wie die natürlichen Bewohner der Wupper ihre „Fernstraße“ nutzen, muss der Verkehr gezählt und dokumentiert werden. „Da interessiert dann jede Bachforelle“, erklärt Helmut Wuttke vom Bergischen Fischereiverein mit seinen derzeit gut 350 Mitgliedern. „Keine Frage: Die Anlage hier ist ein Meilenstein. Jetzt geht es an die Feinarbeit.“

Grundsätzlich seien im Zuge eines ökologischen Monitorings verschiedene technische Methoden denkbar, um die Wanderbewegung der Fische zu erfassen, erklärt Dr. Marlene Liebeskind vom Wupperverband. Dazu gehören unter anderem mechanische und elektronische Zähleinrichtungen, die den Verkehr im Fischaufstieg im Blick haben und damit konkrete Zahlen liefern.

Zum Einsatz kommen bei Fischzählungen zum Beispiel Fangvorrichtungen in Form von Reusen: Auf diese Weise können die Tiere von Hand gezählt und erfasst werden.

Eine Alternative wäre eine elektronische Erfassung per Sensor, Lichtschranke und Unterwasserkamera. Sie hätte den Vorteil, dass die Bilder von der „Fernstraße“ auch online verfügbar gemacht werden können. Auch könnten die Fische bei dieser Methode auf ihren Zustand hin in Augenschein genommen werden. Grundsätzlich lassen sich Fischbestände aber auch per Elektrobefischung erfassen: Dabei werden die Tiere im Wasser kurz betäubt, eingefangen und dann erfasst.

Noch ist offen, welche dieser Methoden wann in Beyenburg zum Einsatz kommt und inwieweit die Installation am Fischaufstieg öffentlich gefördert wird. Am Bau der Anlage selbst hat sich das Land NRW jedenfalls mit 500 000 Euro beteiligt. Die Bandbereite der „Fernstraßen-Nutzer“ ist gerade in Beyenburg groß: Gefunden wurden hier zum Beispiel schon Aale, Äschen, Barsche, Forellen, Barben — und natürlich auch die lang ersehnten Lachse.

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