Wuppertal: Wellnitz will erneut an die Uni

Wuppertal : Wellnitz will erneut an die Uni

Pfarrer verabschiedet sich nach mehr als 30 Jahren in den Ruhestand. Am Sonntag wird er mit einem Gottesdienst verabschiedet.

Heckinghausen. Nach mehr als 30 Jahren seelsorgerischer Tätigkeit geht Pfarrer Hans-Achim Wellnitz Ende des Jahres in den Ruhestand. Die Vereinigte Evangelische Kirchengemeinde in Heckinghausen ist eine der kleinsten Gemeinden der Stadt und hat knapp 3000 Mitglieder. Zu Beginn seiner Tätigkeit waren noch zwei andere Pfarrer im Amt, seit einigen Jahren ist er alleine. Die finanzielle Situation der Kirchen fordert auch in Heckinghausen ihren Tribut. Der Kirchensaal musste verkauft werden. „Schade“, findet Wellnitz, doch die momentane Renovierung des Paul-Gerhardt-Hauses freut ihn sehr. Auch das noch junge Café Johannis an der Heckinghauser Straße sieht er als Bereicherung für den ganzen Stadtteil. Hier öffnet die Gemeinde ihre Türen und ist Anlaufstelle für alle Interessierten.

„Wir sind eine sehr aktive Gemeinde“, betont Wellnitz. Der gebürtige Rostocker wuchs in Meerbusch auf. Nach einer Lehre zum Industriekaufmann machte er seinen Abschluss an der damaligen Fachhochschule für Theologie und Religionspädagogik in Düsseldorf. Ein Theologiestudium in Wuppertal und Göttingen schloss sich an. Danach war Wellnitz in der Jugendarbeit aktiv, war Assistent an der Kirchlichen Hochschule. Das Gemeindeleben sieht er als einen Ort, „an dem man Jesus Christus begegnen kann und an dem jeder die Möglichkeit hat, seine Fähigkeiten einzubringen“. Unterschiedliche Gottesdienstformen bietet Wellnitz an. Neben wöchentlichen Taizeandachten gibt es einmal im Monat einen Anleitungsgottesdienst für Kirchendistanzierte. „Er wird sehr gut angenommen“, findet er. Einen engen Kontakt zu den Mitgliedern hat er auch durch das Angebot der Taufkurse.

Hans-Achim Wellnitz, Pfarrer

Viele Ehrenamtler sind im Einsatz um die Gemeinde lebendig und aktiv zu gestalten. „Ohne sie geht es nicht“, weiß Wellnitz. Das Einsatzgebiet der rund 300 Freiwilligen ist vielfältig und aktuell, wie sich in der Hilfe für Flüchtlinge zeigt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für ihn die Jugendarbeit. „Hier wird sich sicher auch mein Nachfolger Simon Schupetta engagieren.“ Wellnitz wird mit Beginn seines Ruhestandes das Pfarrhaus räumen und nach Heiligenhaus ziehen. „Dort kann ich mich mehr um meinen Enkel kümmern“, freut sich der zweifache Vater. In Ruhe lesen steht ebenfalls auf seinem Plan und auch die Universität möchte er noch einmal besuchen. „Ein Beruf wie meiner geht ohne die Unterstützung der Familie nicht. Sie muss das mittragen“, ist er sich bewusst.

Am 2. Oktober wird Wellnitz mit einem Gottesdienst (s. Kasten) verabschiedet. Für den Pfarrer wird ein Buch bereitgestellt, in das jeder einen Gruß schreiben darf.

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