Weihnachtskugel erzürnt Künstler

Die Umgestaltung des Kugelbrunnens stößt auf herbe Kritik.

Weihnachtskugel erzürnt Künstler
Foto: Andreas Fischer

Barmen. Seit nicht einmal einer Woche steht die illuminierte Weihnachtskugel am Werth, doch schon jetzt muss die Immobilien-Standort-Gemeinschaft (ISG) Barmen-Werth wegen des umgerüsteten Kugelbrunnens herbe Vorwürfe einstecken. Das von Friederich Werthmann geschaffene Werk werde durch das illuminierte Geflecht in seiner Bedeutung „veralbert“, kritisiert der Assistent des Künstlers, Hartmut Witte.

Die Umwandlung der Skulptur zu einer Weihnachtskugel sei eine „Beleidigung“ für den mittlerweile 88-jährigen Künstler, erklärt der Assistent. Zugleich moniert Witte, dass sich die ISG Barmen-Werth im Vorfeld nicht mit Werthmann abgesprochen habe. „Mit Ihrer Umdeutung verletzen Sie in eklatanter Weise das Urheberrecht“, wirft er den ISG-Verantwortlichen vor. Zudem drohe das Kunstwerk durch die gewählten Materialien „nicht unerheblich“ beschädigt zu werden. So könnte die Oberfläche des Kugelbrunnens durch das Lichtergeflecht angekratzt werden und anfangen zu rosten.

Bei der ISG Barmen—Werth gibt man sich einsichtig und gesteht Versäumnisse ein. „Wir haben vorab nicht den Kontakt zu dem Künstler gesucht. In der Hektik der Planungen hatten wir das leider vergessen“, sagt der ISG-Geschäftsführer Thomas Helbig. Er habe bereits mit Witte gesprochen und werde auch noch ein Schreiben an Werthmann schicken.

Dass die ISG mit der Installation das Kunstwerk veralbern wolle, weist Helbig allerdings zurück. Es sei darum gegangen, eine zusätzliche Attraktion in der Barmer Innenstadt zu schaffen. Auch zum Martinszug am Dienstagabend sei die illuminierte Kugel bei Eltern und Kindern gut angekommen und habe für Stimmung gesorgt. Mit der Aktion habe man das Kunstwerk „aufwerten wollen“. In der dunklen Jahreszeit wirke der Brunnen „jetzt anders“.

Das sieht Künstler-Assistent Witte allerdings gänzlich anders. Rechtlich werde er derzeit nicht gegen die Umgestaltung des Kunstwerks vorgehen. „Ich warte jetzt erst einmal die weitere Diskussion ab“, sagt er auf WZ-Nachfrage. Er gehe allerdings davon aus, dass die Umrüstung des Kugelbrunnens zur Weihnachtskugel eine „einmalige Situation“ bleibe.