Was wird aus der ehemaligen Kirche?

Was wird aus der ehemaligen Kirche?

Die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche ist entwidmet. Es gibt einen Kauf-Interessenten — der schon mal einige Bäume fällen ließ.

Barmen. Groß war der Baum, viele Jahre gehörte er zum Straßenbild. Jetzt ragen nur noch dicke Stümpfe aus dem Boden vor der ehemaligen Dietrich-Bonhoeffer-Kirche an der Barmer Paracelsusstraße. „Im Dezember wurden Bäume an der Kirche gefällt“, berichtet Anwohner Wolfgang Lehmbach, der sich gemeinsam mit seinen Nachbarn fragt, was mit dem Kirchengrundstück geschehen soll.

Wie berichtet, ist das Gotteshaus entwidmet worden, nachdem die Kirchenleitung im Sommer 2009 beschlossen hatte, das Grundstück angesichts des Kostendrucks zu vermarkten. Eine nicht unumstrittene Entscheidung. Auch die Möglichkeiten einer Vermietung seien seinerzeit ausgelotet worden — letztendlich aber ergebnislos.

Seit gut einem halben Jahr ist es ruhig geworden um die ehemalige Bonhoeffer-Kirche. Gemeindeglieder und die verschiedenen Gruppen sind sukzessive zur Unterbarmer Hauptkirche „umgezogen“ und haben sich dort mittlerweile gut eingefunden, wie Pfarrer Thomas Corzilius berichtet — der nach der Verabschiedung der längjährigen Pfarrerin Sylvia Bukowski nun Ansprechpartner für alle Gläubigen der großen Gemeinde ist.

Doch möglicherweise wird sich an der Paracelsusstraße schon bald etwas tun: Die von den Anwohnern beobachteten Baumfällarbeiten gehören dazu, ist aus Kirchenkreisen zu hören: Es gibt offenbar einen konkreten Kauf-Interessenten. Als Noch-Eigentümer des Geländes habe man diesem Interessenten erlaubt, während der Winterzeit schon mit einigen Außenarbeiten auf dem Gelände zu beginnen, hieß es weiter.

„Wir würden natürlich gern wissen, was mit dem Grundstück passiert“, sagt Anwohner Wolfgang Lehmbach. Nach den Baumfällungen im Dezember sei zunächst wieder Ruhe gewesen — vor einigen Tagen habe man aber den Eindruck gehabt, als würde sich auf dem Grundstück nun doch etwas tun. Das wird aus Gemeindekreisen zwar bestätigt, doch bei den Arbeiten habe es sich lediglich um den Ausbau der Kirchenorgel gehandelt, die nach Polen verkauft worden ist.

Von einem konkreten Termin für den Baubeginn — im Gespräch sind mögliche Wohnhäuser — könne zumindest momentan noch keine Rede sein.

Mehr von Westdeutsche Zeitung