Umbruch an der Schwarzbach: Luhns geht — das Jobcenter kommt

Umbruch an der Schwarzbach: Luhns geht — das Jobcenter kommt

Bis Ende 2013 verlassen die letzten 35 Mitarbeiter die Schwarzbach. Die Eigentümer hoffen nach dem Einzug des Jobcenters auf weitere neue Mieter.

Oberbarmen. An der Schwarzbach geht nach mehr als 140 Jahren eine Ära endgültig zu Ende: Die letzten 35 Mitarbeiter der Firma Luhns verlassen bis Ende 2013 den einstigen Wuppertaler Stammsitz. Das bestätigt Silvia Kostova von der Luhns-Mutter Hansa Group AG auf WZ-Nachfrage.

Wie berichtet, hatte Luhns erst 2009 den Vertrieb, Einkauf und ein Labor zurück nach Wuppertal verlegt. 2010 wurde die Firma aber von der Hansa Group AG übernommen — und die will nun ab dem kommenden Jahr ihre Konzernstrukturen zentralisieren. Die Wuppertaler Mitarbeiter sollen schrittweise bis zum Jahresende auf die anderen Standorte — unter anderem Duisburg und das münsterländische Greven — umverteilt werden. „Sie sind bereits über die Veränderung informiert worden“, sagt Silvia Kostova.

Das Grundstück an der Schwarzbach will die Hansa Group AG nach eigenen Angaben jedoch nicht aufgeben: Viel mehr sind weitere Umbauten und Investitionen geplant. Verhandlungen mit Mietinteressenten laufen bereits. Als erster Erfolg ist es Frank Müller — sein Immobilienbüro verwaltet das Luhns-Areal — nach mehr als zehn Jahren gelungen, einen Mieter für einen Teil des 22 000 Quadratmeter großen Geländes zu finden: Zum August 2013 zieht die Oberbarmer Jobcenter-Filiale in den historischen Turm des alten Fabrikkomplexes. Die Mietverträge wurden jüngst unterzeichnet — derzeit läuft nach Angaben des Düsseldorfer Architekturbüros SaHa die Planung der Umbauten.

3000 Quadratmeter hat das Jobcenter gemietet. Dort will es sowohl seine Geschäftsstelle als auch ein Stadtteilzentrum einrichten. Dieses soll dem erst in diesem Jahr eröffneten Stadtteilzentrum am Arrenberg ähneln — und Besuchern auch ohne Terminvereinbarung für Bewerbungen oder Jobsuche offen stehen. „Unsere Geschäftsstelle an der Schwarzbach ist zu klein und nicht behindertengerecht. Das soll sich nun alles ändern“, sagt Jobcenter-Chef Thomas Lenz. „Das Gelände ist ideal für unsere Zwecke — und es gibt sogar eine historisch hochwertige Dampfmaschine in dem Gebäude, die damit der Öffentlichkeit wieder zugänglich wird.“

Große Teile des Luhns-Komplexes stehen aber nach wie vor leer. In der Vergangenheit waren mehrere Versuche gescheitert, das Gelände wiederzubeleben. Der Plan, einen Kaufland-Markt auf dem Gelände anzusiedeln, scheiterte nach Angaben von Verwalter Frank Müller am Widerstand der Bezirksregierung in Düsseldorf, die dadurch zu viel Einzelhandel aus der Innenstadt abwandern sah. Ein weiterer Plan, der die Nutzung von 5000 Quadratmetern des Geländes als Ärztezentrum vorsah, misslang, weil laut Müller im letzten Moment der Investor absprang. „Mit dem Jobcenter hat sich ein erster Mieter gefunden, der nun, wie es scheint, weitere nach sich zieht“, hofft Müller.

Im Moment verhandele er mit einem Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, das 1000 Quadratmeter auf dem Gelände mieten wolle. Und auch für weitere Flächen habe er bereits Interessenten.

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