Stadtwerke versprechen: Das neue Kraftwerk stinkt nicht

Stadtwerke versprechen: Das neue Kraftwerk stinkt nicht

Die Baustelle ist eingerichtet, das neue Blockheizkraftwerk soll bis 2010 fertig sein. Der offizielle Baustart ist am 2. Juni.

Beyenburg. Die Beyenburger sind beunruhigt: Der Bau eines Heizkraftwerks für das Unternehmen Erfurt & Sohn KG in Beyenburg startet am 2. Juni, die Baustelle schon eingerichtet. Der Bau an der Hugo-Erfurt-Straße sorgt für Diskussionsstoff, das Kraftwerk verbrennt Braunkohle, und die Bürger haben Angst vor einer möglichen Geruchsbelästigung.

Während der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Langerfeld/Beyenburg waren deshalb zwei Vertreter der Stadtwerke, die das Blockheizkraftwerk bauen, gekommen und informierten die Bürger - die zahlreich erschienen waren - über den Stand der Dinge. Laut WSW gebe es keine spürbare Geruchsbelästigung, weil der sehr trockene Brennstoff praktisch geruchsfrei verbrannt werde. Zudem sei die Staubbelastung maximal vier Mal so groß, als wenn Erdgas verbrannt würde und damit nach Einschätzung der Stadtwerke nicht "wahrnehmbar".

Für das Unternehmen Erfurt ist das Bauvorhaben indes nicht nur wegen der Versorgungssicherheit wichtig, sondern es dient auch der Kostensenkung und damit gleichzeitig der Standortsicherung. Mit der Anlage werde ein Drittel des Strombedarfs gedeckt.

Trotz Bedenken bei Anwohnern und Teilen der Bezirksvertretung sollen gaben Kai Selberg und Thorsten Thiel von den WSW Entwarnung. Drei Lastwagen bringen täglich mehrere Tonnen Kohle ins Bergische Land und fahren zudem auch die anfallende Asche ab.
Mehrere Anwohner, unter anderem die Bürgergemeinschaft Kemna, beschwerten sich über mangelnde Informationen der WSW. Diese wollen ihr Versäumnis nach eigenen Angaben in den nächsten Wochen nachholen und über die bis dahin begonnenen Bauarbeiten, weitere Maßnahmen und Vorkehrungen informieren.

Es wird beispielsweise keinen neuen Schornstein für das Kraftwerk geben. Der vorhandene, 56 Meter hohe Kamin, wird in die neue Anlage integriert. Die Arbeiten an der Anlage, die aufgrund ihrer Kraftwärmekopplung sehr effizient ist, dauern voraussichtlich bis Mai 2010.

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