Stadtgrenze: Investor plant ein Spiel- und Freizeit-Center

Stadtgrenze: Investor plant ein Spiel- und Freizeit-Center

Auf dem alten Firmengelände von Schmitz & Apelt sollen außer einer neuen Spielothek auch ein Fitness-Studio und eine Kunsteisbahn entstehen. Die Politik sieht Klärungsbedarf.

Wuppertal. Den Anfang machte am Dienstagabend die Bezirksvertretung Langerfeld-Beyenburg: Sie sieht mit Blick zur Jesinghauser Straße erheblichen Klärungsbedarf und ließ die Beschlussvorlage für die „Errichtung eines Entertainment-Centers auf einer Gewerbebrache“ erst einmal einstimmig von der Tagesordnung nehmen.

Demnach will ein Investor das frühere Schmitz & Apelt-Firmengelände an der B 7 zur Errichtung eines Entertainment-Centers mit einer Fläche von gut 6000 Quadratmetern nutzen.

Der Einleitungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan hat es aus politischer Sicht in sich: Die Baupläne sehen im Erdgeschoss unter anderem eine Merkur-Spielothek mit zehn Konzessionen für jeweils zwölf Geldspielgeräte vor, die etwa 2000 Quadratmeter umfasst.

Hinzu kämen eine Eingangshalle (auf 470 Quadratmetern), Gastronomie mit 300 Quadratmetern sowie ein 150 Quadratmeter großer Tankshop zur Tankstelle an der B7. Ferner sollen im Erdgeschoss auf 350 Quadratmetern „Kfz-affine Nutzungen“ untergebracht werden — etwa in Form einer Autovermietung oder aber der Verkauf von Motorrad-Zubehör.

Weiter ginge es im 1. Oberschoss mit einem 1800 Quadratmeter großen Fittness-Studio und einem 150 Quadratmeter großen Billard-Club. Auch eine Kunsteisbahn wird aufgeführt — 800 Quadratmeter groß.

Damit beendet man aus Sicht der Bauverwaltung an der B7 nahe der Stadtgrenze zu Schwelm einen jahrelangen Leerstand (siehe Info-Kasten rechts) — in einem Umfeld aus Gewerbe, Dienstleistung und Wohnen.

„Da die vorgesehenen Nutzungen einerseits nicht mit dem bestehenden Planungsrecht vereinbar sind, andererseits aus städtebaulicher Sicht aber eine sinnvolle Nutzung der Gewerbebrache ermöglichen, soll durch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan das benötigte Planungsrecht geschaffen werden“, heißt es in der Beschlussvorlage, die gestern Abend dann auch im Bauausschuss vertagt wurde.

Die Stadt betonte, dass man — unabhängig vom Planverfahren — bis zur Sommerpause ein „gesamtstädtisches Spielhallenkonzept“ erarbeite und ein Entertainment-Center an dieser Stelle „grundsätzlich vorstellbar“ wäre. Der Investor wünscht laut Stadt einen 23-Stunden-Betrieb und betont, dass sich nur das Gesamtkonzept rechne. Dazu müsste gesondert eine Sperrzeiten-Verkürzung beantragt werden.

Viele Pläne Über die Zukunft des Schmitz & Apelt-LOI-Geländes an der B 7 / Ecke Clausewitzstraße wurde lange spekuliert: Zu den Interessenten gehörte auch die Supermarktkette Real, die über einen Umzug von der Dieselstraße nachdachte. Auch ein Sportartikel-Anbieter scheiterte als Einzelhändler an Nutzungsvorgaben.

wende Im Sommer 2010 gab es zuletzt Berichte über einen potenziellen Investor aus Hamburg und Gespräche über eine Tankstelle und „autonahe“ Nutzungen.

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