Sedansberg: Wohnen auf dem Bunkergelände

Sedansberg: Wohnen auf dem Bunkergelände

Rückbau des Hochbunkers an der Siedlungsstraße läuft. Dort soll bis 2016 ein Wohngebäude entstehen.

Sedansberg. Der Bunker, in dem 1943 unter anderem auch die Familie von Johannes Rau beim Angriff auf Barmen Schutz vor den Bombern der Alliierten suchte, wird wohl schon bald Geschichte sein. Am Dienstag haben Experten mit dem Rückbau des Betonkolosses an der Siedlungsstraße begonnen.

Auf dem weitläufigen Areal will der Wuppertaler Diplom-Ingenieur Gerd Kluge bis zum Jahr 2016 einen „Generationenwohnpark“ mit 44 seniorengerechten Wohnungen, Gärten und Gemeinschaftsräumen errichten. „Es wird dort aber auch Platz für junge Familien geben“, betont Kluge.

Das Gebäude soll dem geschwungenen Straßenverlauf folgen und von vorne etwas niedriger als die Nachbargebäude ausfallen. Auf der Rückseite wird der Bau dagegen durch die Hanglage des Grundstücks über vier Geschosse verfügen.

Um dies zu ermöglichen, haben Kluge zufolge gestern Experten im Inneren mit dem Teilabriss des Hochbunkers begonnen. Beabsichtigt sei, das oberste Geschoss abzutragen und in der darunter liegenden Ebene die Rückwand zu entfernen. Der Rest des etwa 70 Jahre alten Hochbunkers soll dann als Fundament dienen.

Die ehrgeizigen Pläne treffen in der Nachbarschaft allerdings auf große Vorbehalte. Kritisiert wird vor allem, dass die Bürger über die Pläne bisher nicht informiert wurden und der Rückbau des Bunkers mit erheblichen Eingriffen in die Natur verbunden ist. Ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte, verweist zudem darauf, dass der Boden neben dem Bunker mit Schadstoffen belastet ist, die dort „vor Jahrzehnten einfach abgekippt“ wurden.

In der Tat wurden in den vergangenen Tagen und Wochen bereits zahlreiche kleinere Bäume und Sträucher auf dem Gelände gerodet. Das sei aber alles in Absprache und mit Erlaubnis der Behörden geschehen, betonen übereinstimmend Kluge und die Stadtverwaltung. Und auch für die Fällung zweier etwa 60 Jahre alter Linden vor dem Bunker wurde von der Stadt bereits eine Erlaubnis erteilt.

Bestätigt wird auch die Altlast im Boden. Die Überbauung der Schadstoffe sei allerdings, so ein Sprecher der Stadt, nach Meinung der Experten das beste Mittel, sie unschädlich zu machen.

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