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Schneidewind: „Alle in der Verwaltung haben den Schuss gehört“

Stadtentwicklung : Schneidewind: „Alle in der Verwaltung haben den Schuss gehört“

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind spricht beim Forumsabend über den Berliner Platz.

Gern hätte Christel Simon, Vorsitzende des Bürgerforums Oberbarmen, zu einem Forumsabend vor Ort eingeladen. Zumal die Sitzung am Mittwochabend mit Oberbürgermeister Uwe Schneidewind einen prominenten Gast hatte.  Die digitale Veranstaltung verfolgten 30 Teilnehmer, die Schneidewinds Pläne für Oberbarmen hören und ihm Fragen stellen wollten.

Bevor der OB ins Gespräch einstieg, blickte er auf den Start seiner Amtszeit zurück: „Ich hatte mir viel mehr Interaktion in den ersten Wochen und Monaten erhofft.“ Corona habe aber auch ihn „zurückgeworfen“. Je mehr sich die Situation verbessere, desto stärker werde er Präsenz zeigen – besonders in den Bezirksvertretungen.

Was die jüngsten Entwicklungen im Stadtteil angeht, zog Schneidewind eine gemischte Bilanz. Circular Valley nannte er ein visionäres Projekt, der Bob Campus, der im März virtuelles Richtfest feierte, habe großes Potenzial. Selbst ein erneuerter Oberbarmer Bahnhof könne „Nabel und Nahtstelle“ im Quartier sein.

Zugleich ging er auf die Kritik an der ausbleibenden Umfeldgestaltung des Berliner Platzes ein, die unter anderem aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ finanziert werden sollte. Es sei nötig, „eine andere Verantwortungskette“ aufzubauen, sagte Schneidewind. „Wir versuchen, die Defizite aufzuarbeiten. Ich denke, alle in der Verwaltung haben den Schuss gehört.“ Klar sei aber auch, dass nicht alle Pläne zur Umgestaltung verwirklicht werden könnten. Der Fokus liege künftig auf dem Berliner Platz – „zu dem Preis, dass das Schöneberger Ufer so bleibt, wie es ist.“

Neben den vorhandenen Fördertöpfen, so der OB, werde sich die Stadt um zusätzliche Finanzhilfen bemühen. Die Frage sei ja, „was Land und Bund tun, um das Corona-Loch zu füllen.“ Beim Thema Altschuldenabbau engagiere sich Wuppertal weiterhin beim Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“.

Bezirksbürgermeister Burkhard Rücker erinnerte an die überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit in Oberbarmen. Es brauche Arbeitgeber, die gewerbliche Arbeitsstellen schaffen. Darauf wollte Schneidewind nicht bauen, zumal Unternehmen dieses Typs ihre Produktion bevorzugt im Ausland ansiedelten. Die Wuppertaler Wirtschaftsförderung habe den Osten der Stadt im Blick, betonte er.

Weitere Themen beim
digitalen Bürgerforum

Wichtig war der virtuellen Runde auch das Thema Mobilität. In der Neugestaltung der Heckinghauser Straße sieht auch Schneidewind einen großen Fortschritt. Es müsse allerdings darauf geachtet werden, dass dadurch nicht an anderer Stelle ein „Engpass“ entstehe. Der ÖPNV auf den Straßen werde ab August – so der letzte Stand – durch die Rückkehr zum gewohnten Schwebebahnverkehr entlastet. Der Forderung nach „einer bezahlbaren Mobilität“, die Bärbel Hoffmann von der Diakonie einbrachte, stimmte der OB zu.

Gegen Ende ging es doch noch einmal um die Corona-Gegenwart. Sie verstehe nicht, sagte Daniela Raimund von der „Oase Oberbarmen“, warum es im Quartier so wenig Impfzentren gebe. Dadurch werde das Quartier einmal mehr vom übrigen Stadtgebiet abgekoppelt. Iris Colsman ergänzte, dass „Die Färberei“ weiterhin auf eine städtische Erlaubnis warte, in ihren Räumlichkeiten ein Impfzentrum einzurichten. Schneidewind versprach, der Sache nachzugehen.

Beim nächsten Bürgerforum Oberbarmen am 9. Juni geht es noch einmal um die Umfeldgestaltung des Berliner Platzes. Rede und Antworten stehen dann Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Treffpunkt um 19 Uhr soll das Stadtteilzentrum Langerfeld, Heinrich-Böll-Straße 240, sein.