Schlagloch-Kunst an der L 411

Als Kradfahrer weiß der Künstler BrindlArt, wie gefährlich die Landesstraße nach Lennep ist. Davor warnt er jetzt auf seine spezielle Weise.

Beyenburg. Stell dir vor, die Fahrrad- und Motorradsaison läuft auf Hochtouren, und die Straßen sind nach wie vor mit gefährlichen Schlaglöchern überzogen: „Das hier ist unverantwortlich“, sagt der Wuppertaler Aktionskünstler BrindlArt — und meint damit die Landesstraße 411 zwischen Beyenburg und Lennep. „Ich nutze diese Strecke oft und frage mich, wann es schwere Unfälle gibt. Dagegen muss man etwas tun. Jetzt.“

BrindlArt ist nicht nur Künstler, sondern auch Motorradfahrer und weiß, wovon er spricht: „Die Leute fahren Ausweichmanöver in den Gegenverkehr, um nicht in die Schlaglöcher zu geraten. Das kann es doch nicht sein.“ So geht es auch ihm ums Prinzip — in Zeiten milliardenschwerer Rettungsschirme für den Euro, während die Straßen vor der eigenen Haustür sich selbst überlassen und immer gefährlicher werden. „Und ich bin hier im Ort nicht der Einzige, der das so sieht.“

Mittlerweile erwägt BrindlArt, den Zustand der L 411 zum Thema einer Kunstaktionen zu machen, um allen die Probleme vor Augen zu halten: Transparente gehören ebenso dazu wie eine mögliche „Farbpunkt-Performance“ am Schlagloch. Wiederholt hat BrindlArt unkonventionelle Kunstobjekte in Landschaften verlegt — wie zum Beispiel am Beyenburger Stausee. Mit einer Schlagloch-Aktion sorgte auch schon die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für Aufsehen, als im November vergangenen Jahres auf der städtischen Sternstraße zu einer gepflegten Partie „Schlagloch-Golf“ eingeladen wurde, um auf marode Straßen und leere Kassen aufmerksam zu machen.

Jenseits dessen zählt auch die L 411 zu den Landstraßen, die sich schnurgerade hinziehen und neben Pendlern zwischen den bergischen Städten auch viele Ausflügler durchs Grüne führen. Dass dort auch zu schnell gefahren wird, zeigt sich nicht nur bei schweren Unfällen, sondern auch an dem Umstand, dass der Straßenabschnitt Windfoche /Kluse/Spiekerlinde nach wie vor auf der Liste der Wuppertaler Radar-Messstellen steht. Wie berichtet, blitzen die Radarwagen der Stadt mittlerweile auch an stark beschädigten Fahrbahnen wie an der Wettiner Straße, wo mit Blick auf gravierende Winterschäden besondere Tempolimits gelten.

Das ändert allerdings nichts daran, dass immer mehr Bürger darauf drängen, dass Straßen wie die L 411 endlich wieder gefahrlos befahrbar gemacht werden. Hier gibt es auf WZ-Nachfrage beim Landesbetrieb Straßen zumindest Hoffnung. Demnach soll die L 411 zunächst auf 2,2 Kilometer Länge in Schuss gebracht werden (siehe Info-Kasten). Und das dürfte nicht nur Aktionskünstler freuen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung