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Reformationstag: Viel Lob in der Gemarker Kirche für die Rekowski-Predigt

Reformationstag: Viel Lob in der Gemarker Kirche für die Rekowski-Predigt

Ökumenischer Gottesdienst in der Gemarker Kirche war gut besucht.

Wuppertal. Die Glocken der Gemarker Kirche waren von weitem in Barmen zu hören. Sie luden am Donnerstagabend zum ökumenischen Festgottesdienst anlässlich des Reformationstags ein. Die Liturgie hielt Superintendentin Ilka Federschmidt. Die Predigt zum Reformationstag war die Aufgabe von Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Rekowski — bis 2011 Wuppertaler Superintendent — predigte vor einem voll besetzen Gotteshaus. Das Verhältnis von Staat und Kirche müsse ausgewogen sein. Der Staat wirke „chaosminimierend“, ein reiner „Gottesstaat wäre die Hölle auf Erden“. Der Präses zitierte die 5. These der Barmer Theologischen Erklärung, eine der Thesen, die von Theologen der Evangelischen Kirche 1934 erarbeitet wurde und die sich gegen die damalige nationalsozialistische Propaganda richteten.

Rekowski: „Die Kirche muss sich auch unbeliebt machen.“ Dabei dachte er speziell an die „45 Millionen Flüchtlinge weltweit.“ Und er hielt ein flammendes Plädoyer gegen die Abschottung von menschlichem Leid.

Christen beider Konfessionen müssten „beharrliche Lobbyisten für die Menschlichkeit“ sein. In diesem Sinne ging die Kollekte dieses Abends an die Flüchtlingsberatung der Diakonie Wuppertal, die sich aktuell besonders für die Belange von 80 syrischen Flüchtlingen in Wuppertal einsetzt. Auch den Umweltschutz sieht Rekowski als christliches Thema: „Nicht der Wohlstandserhalt, sondern Erhalt der Schöpfung“ solle angestrebt werden.

Rekowski hatte sich bereits zu seiner Zeit als Superintendent des Kirchenkreises Wuppertal für den Umweltschutz in der Stadt eingesetzt. In solchen Fragen sei die Gemeinschaft der Christen eine „konfessionsübergreifende Hoffnungsgemeinschaft“. Sein Fazit: „Es ist Reformation, wenn man einen Dienst an der Welt leistet.“ Unbeliebt machte sich der Präses mit seiner mitreißenden Predigt nicht. „Eine gute Predigt“, war von vielen Seiten zu hören.