Prio A besucht mehr als 100 Einrichtungen

Prio A besucht mehr als 100 Einrichtungen

Einen Monat nach dem Start des Programms für Menschen im Wuppertaler Osten, gibt es erste Erfolgsmeldungen.

Oberbarmen/Wichlinghausen. Die Zahlen wirken schon wie ein Erfolg. Knapp 500 Kontakte haben die sieben Lehrer und Sozialpädagogen des Projekts Prio A auf den Plätzen des Quartiers bereits geknüpft. Sie haben also seit einem Monat auf dem Parkplatz von Blumen Risse, dem Wichlinghauser Markt und dem Berliner Platz 500 Menschen kontaktiert und mit ihnen über ihre Zukunft gesprochen. Sie haben Beratungen vereinbart, bereits Gespräche geführt und Bedürfnisse herausgefunden, um weitere Förderungen und Hilfen in die Wege zu leiten.

Sabine Thrien, Geschäftsleitung der Gesa

Prio A ist ein Projekt der Gesa in Kooperation mit dem Jobcenter Wuppertal. Es zielt auf Menschen zwischen 16 und 35 Jahren, Alleinerziehende, die (wieder) in den Job wollen, Migranten, die sich in das Berufsbildungssystem einfinden müssen und Eltern von Schülern, die noch eine Perspektive für die Zukunft suchen. Menschen, die nicht Zielgruppe für die regulären Angebote des Jobcenters sind. Sabine Thrien aus der Geschäftsleitung der Gesa sagt: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Angebote nicht alle erreichen, die sie betreffen.“ Das liege daran, dass vieles nur für jene Menschen zugänglich ist, die auch Leistungen beziehen. „Das ist echt unglücklich, gerade bei Jugendlichen, die Hilfe brauchen“, sagt sie. Die Lücke soll Prio A schließen. „Wenn jemand in keines der Angebote passt — dann machen wir das“, sagt sie ganz pragmatisch.

Dafür sind die Mitarbeiter nicht nur an den Plätzen des Quartiers präsent, sondern auch in den Institutionen. Knapp 100 Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen haben die Helfer schon besucht, sagt Susanne Figura, Lehrkraft in dem Projekt. Erst in den vergangenen Tagen waren sie an der Hauptschule Wichlinghausen und an der Hauptschule Hügelstraße. An ersterer haben sie Eltern bei Elternabenden angesprochen. „Wir unterstützen sie bei den Fragen wie ’Was wird aus meinem Kind, was gibt es für Angebote, wohin geht die Reise?’“. An der Hügelstraße haben Schüler der neunten und zehnten Klassen an einem Workshop zum Thema Zukunft teilgenommen. Sie sollten die Frage beantworten: „Was wünsche ich mir für meine berufliche Zukunft?“ Die Mitarbeiter von Prio A bieten sich an zum „beraten, unterstützen, vermitteln und helfen“, sagt Figura — ohne dabei zu belehren.

Die erste Kurse, die auf die Kontaktaufnahmen folgen, sind bereits angesetzt. Ab jetzt gibt es wöchentlich Termine zu Bewerbungen oder zur Selbstvermarktung unter dem Motto „So komme ich rüber“, und zum Thema „meine Stärken“. Termine dafür gibt es auf der Facebookseite des Projekts.

Im Sommer soll als Teil des Projekts auch ein dreiwöchiges Sommercamp für Schüler stattfinden — morgens soll es Unterricht geben, nachmittags ein Freizeitprogramm. „Das Interesse ist groß“, sagt Sabine Thrien. Viele Kinder hätten sonst gar keine Sommeraktivitäten geplant.

Das Projekt, das vom Land NRW und dem Europäischen Sozialfonds unterstützt wird, will die Menschen im Bezirk stärken — und damit den Bezirk an sich nach vorne bringen. Es läuft unter dem Motto „Starke Quartiere, starke Menschen.“ Der Bedarf ist da. jetzt geht es darum, die Menschen zu erreichen und Vertrauen aufzubauen, um die aufzufangen, die sonst durchs Raster fallen.

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