Pflanzentauschbörse: Ein Fest für Gartenfreunde

Die „Bergische Gartenarche“ will heimische Nutz- und Zierpflanzen retten.

Loh. Mit Topfpflanzen, Stauden, Samen, Knollen, Zwiebeln oder vorgezogenem Gemüse haben sich zahlreiche Besucher auf den Weg zur ersten Wuppertaler Pflanzentauschbörse am Bahnhof Loh gemacht. Die Initiative „Bergische Gartenarche“, die die Aktion mit Unterstützung der Wuppertal Bewegung direkt an der Nordbahntrasse ausrichtete, informierte dabei über den Erhalt der Artenvielfalt in den Gärten unserer Region.

„Es wäre schade, wenn die alten Gemüse- und Zierpflanzen, die über viele Jahre in einer Region angebaut und vermehrt wurden, in den hiesigen Gärten verloren gingen“, sagen die beiden Initiatorinnen Nadja Hildebrand und Cornelia Krieger, die den seit 2009 im Wupperviereck entstandenen Arbeitskreis der Bergischen Gartenarche „beackern“. Ziel sei es, Gartenpflanzen, deren Geschichte mindestens 50 Jahre im Bergischen Land zurückverfolgt werden kann, aufzuspüren, zu erhalten und erfolgreich zu vermehren. Auf Dauer sollen sie sich wieder in den Gärten der Region etablieren, damit die traditionelle genetische Vielfalt für die Nachwelt erhalten bleibt.

Bereits in Radevormwald und Nümbrecht hat sich das Konzept bewährt und auch Nadja Hildebrand kann auf mittlerweile mehr als 600 Pflanzenpaten stolz sein, die katalogisiert und kartiert sind. „Die Patenschaft durch enga-gierte Gartenbesitzer beinhaltet eine verantwortungsvolle, langfristige Erhaltung, Pflege und Vermehrung der Pflanze sowie die Abgabe von Ablegern und Saatgut zur weiteren Verbreitung“, erklärt Hildebrand.

Claudia und Peter Nicolaus haben gerade eine Patenschaft für eine Pfingstrose und Bergisches Bohnenkraut übernommen: „Beim Bohnenkraut sind wir etwas skeptisch, ob es uns gelingt, es aus den Samen zu ziehen, aber wir versuchen es.“ Dass auch fleißig getauscht wurde, beweist die große Ansammlung von Körben, in denen sich hinter Jutta Schirmer zahlreiche Pflanzen türmen: „Ich habe einen riesigen Garten und einige Pflanzen, wie diese Himbeere oder eine Distelart mitgebracht. Eigentlich wollte ich nichts mitnehmen, aber sehen Sie selbst,“ und zeigt etwa auf Ringelblumen und Schöllkraut.

Cornelia Krieger und Nadja Hildebrand suchen und informieren derweil weiter Gleichgesinnte: „Ein weiteres Ziel ist es, die Pflanzen mit weniger Pflanzenschutzmitteln zu erhalten. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass Pflanzen Kulturgut sind. Auf den Engkohl, eigentlich ein Grünkohl, den Butterkohl und die Erbsen sind wir besonders stolz.“

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