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Oberbarmen ist viel besser als sein Ruf

Oberbarmen ist viel besser als sein Ruf

Podiumsdiskussion des Bürgerforums zur Stadtentwicklung. Lob und Tadel geäußert.

Oberbarmen. Kritik an den Zuständen in Oberbarmen gibt es immer wieder, vielleicht einmal mit dem Positiven beginnen. Das denkt sich auch Bernd Schäckermann, Erster Vorsitzender des Bürgerforums Oberbarmen, zum Auftakt der Podiumsdiskussion zur Situation im Stadtteil. Also stellt er an diesem Donnerstagabend in seiner Rolle als Moderator eine unerwartete Frage an die drei Fraktionsvorsitzenden der Bezirksvertretung: Frank Lindgren (SPD), Susanne Fingscheidt (Grüne) und Burkhard Rücker (CDU) sollen mal „zwei Dinge“ nennen, die ihnen am Stadtteil gefallen.

Und die Antworten fallen den Lokalpolitikern dann auch nicht schwer: Fingscheidt verweist auf die gute ÖPNV-Anbindung und die schönen Straßenzüge in der Stadt, Lindgren zählt die vielen Freizeitangebote für junge Familien auf, Rücker lobt die zahlreichen Veranstaltungen, bei denen verschiedenen Nationalitäten feierten.

Dem Lob folgt dann aber auch der kritische Durchgang. Schäckermann rückt gleich zu Beginn ein wichtiges Thema in den Fokus: den Umbau des Berliner Platzes. Nach Ansicht von Rücker ist der Umbau zwar „dringend nötig“, für die Umgestaltung sei aber eine gründlichere Planung nötig, die dann auch mehr Geld kosten würde. Die derzeitigen Pläne sehen vor, den Kiosk in Richtung der Bushaltestelle zu verlegen. Ziel ist dabei auch, die sich am Kiosk versammelnde Personengruppe in Richtung der Bushaltestellen zu verschieben. Diese Absicht lehnt Fingscheidt ab: Wen die Gruppe störe, der könne „einen Bogen drum machen“. Lindgren erinnert daran, dass der Platz auch „so seine Vorteile“ hat. So könne man dort schwere Fahrgeschäfte aufstellen.

Auch dem Thema Leerstände im Einzelhandel widmet sich die Diskussion. Es wird bedauert, dass viele Einzelhändler ihre Geschäfte schließen und dafür große Discounter ihre Märkte im Stadtteil hochziehen. Auch die Belastung durch Spielhallen und Wettbüros wird moniert. Nach Ansicht von Fingscheidt sollte ein Einzelhandelskonzept erarbeitet werden, das konkret definiert, welche Art von Handel man sich wünscht. Dazu sei es aber auch nötig, mit den Vermietern der Häuser zu sprechen und ihnen deutlich zu machen, dass eine Vermietung um jeden Preis nicht im Sinne der Stadtentwicklung sein kann.