Neue Spielwelten für Kinder

100 000 Euro wurden in den Spielplatz Grillparzer Weg investiert. Auch an der Ziegelstraße wird eine Anlage gebaut.

Heckinghausen. Zu einem Rundgang mit fachkundiger Begleitung durch Heckinghausen im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“ hatte die SPD-Fraktion unter Führung von Thomas Kring, Mitglied des Ausschusses für Soziales, Familie und Gesundheit im Rat, jüngst eingeladen. Im Vordergrund standen dabei die Spielplätze Grillparzer Weg und Ziegelstraße. Wobei die von viel Grün und Wiesenflächen umgebene Anlage am Grillparzer Weg schon fertig ist und von den Kindern im Quartier und den sie begleitenden Eltern offensichtlich gut angenommen wird. Vor allem das Klettergerüst im großen Sandkasten hat es den Kleinen angetan, und dabei ist es den gelenkigen Kindern wohl schnuppe, dass diese Form des Gerüstes einen Designer-Preis erhalten hat.

Die Ratsfrauen und -herren hörten, was eine „Panna-Anlage“ ist: Ein ovaler Käfig, in dem sich zwei Fußballer gegenüber stehen, wobei einer versucht, den anderen zu umdribbeln und den Ball in ein kleines Tor zu bugsieren. In der Theorie erfordert das exzellente Ballbehandlung und raffinierte technische Fähigkeiten. In der Praxis spielt man jedoch mit Bande, das heißt der Ball wird gegen die Umzäunung geknallt, der Gegner überlaufen und dann versucht, den Ball einzuschießen. Was naturgemäß zu nicht unerheblicher Geräuschentwicklung führt.

„Für einen Bolzplatz braucht man eine Baugenehmigung, für eine Panna-Anlage nicht“, klärte Baudezernent Frank Meyer die Zuhörer auf. „Die Baukosten für den Spielplatz Grillparzer Weg waren mit 141 000 Euro veranschlagt. Wir haben nur rund 100 000 gebraucht“, verriet Frank Zlotorzenski, Abteilungsleiter im Stadtbereich Grünflächen und Forsten, und hofft, dass der nicht benötigte Betrag den 221 000 Euro hinzugefügt werden kann, die der Spielplatz an der Ziegelstraße kosten wird. Da sind die Bauarbeiten noch in vollem Gange und werden wohl erst Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein. „Wir werden im September einen Wettbewerb für die Gestaltung des Spielplatzes ausschreiben“, so Zlotorzenski. „Das soll nämlich ein Inklusionsspielplatz werden, an dessen Aussehen und Funktionalität gewisse Bedingungen geknüpft sind. Der Platz und seine Geräte müssen behindertengerecht zu Fuß und auf Rädern erreichbar sein.“

Drei Monate haben die Firmen Zeit für ihre Entwürfe, dann soll es im Frühjahr 2018 mit der Verwirklichung der Pläne losgehen. Fertig ist schon die Sanierung der von einem riesigen Riss durchzogenen Mauer, von der Meyer Fotos zeigte wie auch vom Aussehen des öden Areals vor Beginn der Bauarbeiten.

Läuft hier wohl alles nach Plan, so hakt es ein wenig bei der Verwirklichung der drei beabsichtigten drei Achsen Bewegung, Begegnung und Besinnung durch das lange vernachlässigte und mit zu wenig Grün ausgestattete Heckinghausen. Experte Gunther Stoldt, Abteilungsleiter Stadtentwicklung und Städtebau, bezeichnete nämlich die „ Achse Bewegung“ als zerbrochen. Der Grund: Der ursprünglich geplante Bolzplatz in Heckinghausen musste einem Recyclinghof weichen, und die verbleibende Fläche ließ eine derartige Anlage nicht zu. „Da die Bahn auch nichts von ihrem Gelände abgeben will, müssen wir mit diesem Projekt wohl weiter nach Osten ausweichen“, so Stoldt.

Die „Achse Besinnung“ soll an der Gustav-Müller-Anlage nahe dem Altenheim „Lazarus-Haus“ Gestalt gewinnen. „Das soll ein Aufenthaltsbereich für Ältere ebenso wie für Kinder und Jugendliche werden“, hofft Thomas Krieg. Außerdem will man ein Experiment im Einklang von Jugendlichen und den Heimbewohnerinnen und - bewohnern wagen.

„Um Heckinghausen frei von Angsträumen zu machen, werden Bäume freigeschnitten“, kündigte Frank Zlotorzenski an. „Wir wollen dadurch mehr Licht und ein sicheres Gefühl hereinholen.“