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Nächstebreck: Asphaltwerk erweist sich als harter Brocken

Nächstebreck: Asphaltwerk erweist sich als harter Brocken

Anwohner der Wittener Straße informierten sich über mögliche Gefahren, die vom neuen Asphaltmischwerk ausgehen.

Nächstebreck. Richtfest und Einweihungsfeier sind Vergangenheit, seit Monaten haben ihn die Anwohner der Wittener Straße vor der Nase: „unseren neuen Nachbarn“, das Asphaltmischwerk. Am Donnerstag trafen sich Nächstebrecker Bürger im CVJM-Heim Hottenstein, um sich vom Ökologen Klaus Koch erklären zu lassen, welche Belastungen von dem Werk ausgehen.

Das Signal der Bürger ist klar. Sie sind bereit, mit dem neuen Nachbarn zu leben, wünschen sich aber eine Optimierung der Anlage. Koch schlug dazu einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vor, verwies aber auch auf Fehler und Mängel im Genehmigungsverfahren.

Stets mit Betonung darauf, dass ihm manche Unterlagen nicht zugänglich gewesen seien, rügte Koch etwa, dass bei der Berechnung der Emissionen die umliegenden Verschmutzungsquellen nicht erfasst worden seien. Es habe weder ein meteorologisches noch ein Brandschutz- Gutachten gegeben, während das Lärmgutachten an einer anderen Anlage erstellt worden sei.

Kreidete Koch die Verfahrensfehler immer wieder der Kommune an, so versicherten anwesende Vertreter des Stadtrates, dass die Bezirksregierung in Düsseldorf gemäß geltendem Recht in NRW fast im Alleingang gehandelt hätte. Der Rat habe erst von dem Werk erfahren, nachdem bereits mit dessen Bau begonnen worden sei.

Nun pochte das Publikum weniger darauf, den Schuldigen ausfindig zu machen. Weit mehr lag den Bürgern daran, die Gefahren realistisch einschätzen zu können. In der Hinsicht nannte Koch gleich mehrere besorgniserregende Faktoren. Manche im Werk bearbeitete Abfallstoffe seien bedrohlich für die Gesundheit, darunter Gips wegen der Staubbelastung und Bitumen als möglicher Verursacher von Krebs. Der Lärm des Asphaltbrechers erreiche den Pegel eines startenden Jets. Hinzu komme der Lkw-Betrieb, der sich reduzieren lasse, wenn die Anlage mit Gas statt mit angeliefertem Braunkohlestaub befeuert würde.

Gänzlich unverständlich sei ihm, sagte Koch, warum die Anlage angesichts der kaum 200 Meter entfernten Wohnbebauung überhaupt genehmigt werden konnte. Dabei sei der Nutzen des Werks für Wuppertal gering: Wegen der hohen Investitionskosten falle auf Jahre keine Gewerbesteuer an. Auch der Arbeitsmarkt werde kaum belebt, weil das Werk mit drei oder vier Mitarbeitern auskomme. Red