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"Liebeslust und Wasserschaden": Chaos und Liebe im Leben

"Liebeslust und Wasserschaden": Chaos und Liebe im Leben

Spaßig-chaotisch präsentierte die Theatergruppe Himmel & Erde die Premiere von „Liebeslust und Wasserschaden“.

Unterbarmen. In seinem „trauten Heim — Glück allein“ fühlt sich der schüchterne Langzeit-Junggeselle Siegfried Klein (Andreas Gilsbach) sehr wohl. Jedes Ding hat seinen rechten Platz und Zeit für den regelmäßigen Großputz muss sein. Doch mit der geliebten Ruhe ist es schnell vorbei. Erst quartiert Schwester Rita (Manuela Nähle) ihre Freundin Katrin Niedlich (Sabina Woker) für die nächsten Wochen bei ihm ein. Und dann plant Vermieterin Schmitzke (Birgitt Romünter-Neise) auch noch umfassende Sanierungsarbeiten. „Liebeslust und Wasserschaden“ heißt passenderweise das Stück der Theatergruppe Himmel & Erde, das am vergangenen Wochenende Premiere feierte.

Turbulent ging’s zu, viele Verwicklungen sorgten für Lacher im Publikum. Die Elektriker „Krumm & Schief“ und die Installateurinnen „Schreck & Schraube“ machten sich an die „nicht ganz einfachen Arbeiten“ in der Wohnung. Wer hätte schließlich gedacht, dass sich die Rohre und Kabel alle hinter einer Wand befinden? Das Chaos erahnten die Zuschauer schon, als der schwule Peter Krumm (Nico Fischer) sein rosa-rotes Hämmerchen auspackt und Susi Schraube (Renate Bunde) mehr damit beschäftigt ist, dem Hausherren näher zu kommen, als zu arbeiten. Zu allem Überfluss überreicht der dichtende Postbote (Reinhard Figge) Siegfried die Nachricht bei der längst fälligen Beförderung übergangen worden zu sein.

Die zehn Darsteller unter der Regie von Reinhard Figge überzeugen in ihren Rollen und unterhalten das Publikum durch ihre klischeehaften, aber dennoch liebenswerten Charaktere und geschickte Wortspiele auf eine charmant witzige Art.

Seit Herbst wurde wöchentlich geprobt, zuletzt sogar am Wochenende an den Dialogen und flotten Szenen gearbeitet. Dabei kommen eigene Ideen und Improvisationen nicht zu kurz. „Der schwule Elektriker war gar nicht vorgesehen“ erklärt Figge. Umso amüsierter sieht das Publikum bei der „Umpolung“ durch einen Stromschlag zu. „Es ist ein sehr zeitintensives Hobby“, so Figge, „doch der Lohn für die viele Arbeit ist ein lachendes und tobendes Publikum das zu Höchstleistung anspornt.“

Treue Fans der Theatergruppe Himmel & Erde wissen, der Eintritt ist kostenlos. Dafür steht nach der Aufführung aber ein Zylinder bereit, „in dem es nicht nur klimpern, sondern auch gerne rascheln darf“ so Figge.