Letzter Gottesdienst: Abschied von der Wichlinghauser Kirche

Letzter Gottesdienst: Abschied von der Wichlinghauser Kirche

Die Kirche wird bald zum Begegnungszentrum.

Wichlinghausen. Es ist ein langer Zug, der da zu Fuß von der Wichlinghauser Kirche zur Erlöserkirche aufbricht. Der Ostergottesdienst liegt hinter ihnen, zum letzten Mal hatten die Glocken in die Wichlinghauser Kirche gerufen. Frohe Botschaft des Osterfestes und Trauer über den Abschied — „beidem wollen wir in diesem Gottesdienst Raum geben“, hatte Pfarrer Thomas Kroemer gesagt.

Drei Gemeindeglieder kamen im Gottesdienst zu Wort: Jutta Flasche, die seit 50 Jahren im Kirchenchor singt; Sigrid Wiethüchter, die 62 Jahre als Kindergottesdienst-Helferin gewirkt hat; der Familienvater Christian Jentgens. Erinnerungen an das Gemeindeleben in der Wichlinghauser Kirche, von Bachs Weihnachtsoratorium bis zur Kinderfrage, was der Pfarrer da für ein Kleid an hat. Reden über die Predigt von Manfred Rekowski, zu Paulus, dem Ostererlebnis, dem frühen Christentum, als es gar keine Sakralbauten gab, zu schrumpfenden Gemeinden in einer schrumpfenden Stadt. Und dass es in der Wichlinghauser Kirche als einem Ort der Begegnung weitergehe. Rekowski: „Ein Gotteshaus und zugleich ein Haus für Menschen. Das wird bleiben.“

„Sehr traurig, aber auch sehr gut“, sagt Gottfried Hölzel zum Gottesdienst. Er ist hier getauft, hat Diamantene Konfirmation gefeiert. „Man konnte Danke sagen für das, was in den Jahren gewesen ist“, erklären Silke und Burghard Freise erlebt. Und Traudel Schulz: „Die Kirche hat einen schon begleitet. Sie ist beides: Relikt aus der Zeit, als die Kirchen voller waren, und Wichlinghauser Mittelpunkt.“ Ulrike und Sabine Pick: „Die Stimmung, die Erinnerung, es wurde alles angesprochen. Abschied und Neuanfang, das passt gut zu Ostern.“

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