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Leerstand am Loh: Nur wenige Eigentümer werden aktiv

Leerstand am Loh: Nur wenige Eigentümer werden aktiv

Engagierte Bürger wollen das Quartier gemeinsam nach vorn bringen. Doch bisher ziehen nur wenige Anwohner mit. Expertin macht dennoch Hoffnung.

Wuppertal. „So einen Hals“ hatte Heinz-Willi Riedesel vom Unterbarmer Bürgerverein. Gemeinsam mit dem Büro für Quartierentwicklung und der Ölberg eG hatte er Immobilienbesitzer des Quartiers Loh zum Treffen in Köbners Kirche eingeladen. Aber die Schar derer, die sich am frostigen Mittwoch einfanden, um Referate über Inhalt und Ziele von Standortgemeinschaften zu hören, war sehr überschaubar. So überschaubar, dass Riedesel der Geduldsfaden riss.

Doch was die Referentin Anna Maria Müther vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung vor allem zu vermitteln hatte, war die Mahnung an Geduld. Der Weg zu einer gut funktionierenden Eigentümerstandortgemeinschaft sei ein langer, das mangelnde Interesse an Informationsabenden wie diesem durchaus die Regel.

Dabei war das Quartier im März 2012 mit Elan gestartet, um gemeinsam Akzente zu setzen und Aktivitäten für die Aufwertung des Bereiches Loh/untere Rudolfstraße zu planen. Drei Arbeitsgemeinschaften waren später gegründet worden: die AG Leerstand der Standortgemeinschaft Loh, die AG Gebäudemodernisierung und die AG Standortmarketing Loher Platz. Sie sind nach wie vor aktiv, wenn auch personell dünn besetzt.

Ausgewählte, nicht zu kleine Quartiere sind laut Müther die beste Basis, um gemeinsam gesteckte Ziele voranzutreiben. Eines der Ziele solle sein, dem Quartier ein positives Image zu verleihen. In der Hinsicht gibt der Bau der Junior Uni Hoffnung, doch bestehen auch Hürden; leerstehende Ladenlokale, mangelnde Nahversorgung und unattraktive, teils marode Fassaden. Gerade in dem Zusammenhang hatte Riedesel mehr Interesse seitens der Immobilienbesitzer erhofft.

Erschienen war immerhin Rolf Herzog, Besitzer eines 150 Jahre alten Fachwerkhauses an der Schönebecker Straße. An seinem und den Nachbarhäusern sei die Stadtentwicklung des 18. und 19. Jahrhunderts abzulesen. Diesem Erbe fühle er sich verpflichtet und plane derzeit, die Rückfront seiner Immobilie streichen zu lassen. Auch wenn das Passanten verborgen bleibe, halte er es doch für eine wichtige Maßnahme — nicht zuletzt als Vorbild für andere Eigentümer.