Langerfeld: Kirchengemeinde gewährt Schule Obdach

Langerfeld: Kirchengemeinde gewährt Schule Obdach

Die Gesamtschule wird um einen einen Zug erweitert. Noch sind die Erweiterungsbauten aber nicht fertig.

Langerfeld. Könnte Rainer Dahlhaus, Leiter der Gesamtschule Langerfeld, nicht auf den Beistand der nahen freien evangelischen Kirchengemeinde bauen, sähe es schlecht um die Schule im Osten aus. Denn die Christen haben das, was der Gesamtschule - noch - fehlt: Platz. Platz, um einem Oberstufen-Jahrgang Unterrichtsraum zur Verfügung zu stellen. Der ist komplett aus der Schule ausgezogen, weil dort eine zusätzliche Klasse untergebracht werden muss, die Klassenräume für die Schulerweiterung insgesamt aber noch nicht fertig sind.

Zum Hintergrund: Der Rat hat beschlossen, aufgrund der hohen Nachfrage nach Gesamtschulplätzen die Einrichtung im Osten um einen Zug zu erweitern. Mittelfristig wird die Schülerzahl in Langerfeld dadurch von 1.100 auf etwa 1.300 Schüler ansteigen.

Für sie wird es sechs zusätzliche Unterrichtsräume plus Nebenräume (Informatik-Fachraum, Mensa-Ableger, Lehrerzimmer) geben. Dazu stockt das Gebäudemanagement Wuppertal (GMW) die Schule für etwa drei Millionen Euro um sogenannte Modulbauten auf. Sie wurden in den Sommerferien weitgehend montiert. "Jetzt sind wir mit dem Innenausbau beschäftigt", erklärt Thomas Lehn vom GMW. Im Herbst sollen die neuen Räume bezugsfertig sein.

Dahlhaus ist zufrieden, auch wenn seine Oberstufenschüler zunächst auf die Gastfreundschaft der Kirchengemeinde angewiesen sind: "Die Arbeiten sind im Zeitplan. Das klappt prima."

Weniger prima läuft es nach seiner Auffassung in Sachen Turnhalle. Das Thema ist ein politischer Dauerbrenner und hat schon Generationen von Schulbeigeordneten Nerven gekostet. Aktuell steht Dezernent Matthias Nocke (CDU) bei Dahlhaus im Wort. Seit Jahrzehnten sind der Gesamtschule eigene Sport-Unterrichtsräume versprochen. Doch nach wie vor müssen die Gesamtschüler durch diverse Einrichtungen im Stadtteil pilgern, wenn bei ihnen Sport auf dem Unterrichtsplan steht.

Ein unhaltbarer Zustand, weshalb den Langerfeldern eine Turnhalle im Zuge der Kapazitäts-Erweiterung auch fest zugesagt wurde. Mit dem Bau soll nach den jüngsten Plänen nicht vor 2013 begonnen werden. Ziemlich spät, wie Dahlhaus meint, der fürchtet, dass sich die Einlösung eines alten Versprechens der Politik weiter verzögert und er über Jahre räumlich improvisieren muss.

Schon für die Begrüßungsfeier zum neuen Schuljahr war in der Schule selbst kein Platz. "Wir mussten sie erstmals auslagern", berichtet Dahlhaus. Und wohin? In die benachbarten Räume der freien evangelischen Kirchengemeinde natürlich.

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