Kunst soll leere Fenster füllen

Kunst soll leere Fenster füllen

Anita Ranzan plant an der Höhne bis zum Sommer monatlich wechselnde Ausstellungen.

Barmen. Derzeit gähnen hinter den Scheiben nur leere Räume. In dem Geschäftslokal an der B7 in Barmen, in dem einst Videokassetten auf Filmfans warteten, gibt es derzeit viel Platz und viele weiße Wände. „Ideal für Kunst“, findet Anita Ranzan. Deshalb will sie die Räume für Ausstellungen nutzen, bis sie für eine neue Nutzung umgebaut werden. Im März ist die erste Vernissage geplant.

„Wir wollen, dass die Fenster befüllt werden, dass es nach außen ein schönes buntes Bild ergibt“, erläutert Anita Ranzan, Unternehmensberaterin und Künstlerin. Gleichzeitig will sie Künstlern eine Möglichkeit zur Ausstellung geben. Sie denkt sowohl an bekanntere Künstler als auch solche, die bisher noch wenig in der Öffentlichkeit aufgetreten sind.

„Ich habe schon unterschiedliche Anfragen bekommen“, sagt sie und dass sie noch weitere Interessenten sucht. Sie denkt dabei an „junge inspirierende Kunst“: „Popart — Mixed Media — Objekte — Abstrakt — Verrückt — Modern — Klassisch — Photographie — Provokativ“ überschreibt sie den Aufruf an mögliche Bewerber auf ihrer Internetseite. „Tuf“-Art nennt sie die Aktion, was für „temporär und flexibel“ steht und zudem auf den berühmten Wuppertaler Elefanten anspielt.

Ihr Ziel ist, einmal im Monat zu einer Vernissage zu laden, bei der sich Künstler, Kunstinteressierte und Kunstkäufer begegnen, sich über Kunst unterhalten und gegebenenfalls Kunst verkauft wird. Auch Musiker oder Perfomancekünstler sollen Gelegenheit zum Auftritt bekommen. Ihre Vision ist, dass sich dabei Menschen mit Ideen für die Stadt und die Kultur der Stadt austauschen.

Zwischen den Ausstellungseröffnungen sollen die Kunstwerke hinter den Schaufensterscheiben im Erdgeschoss und in der ersten Etage die Passanten erfreuen. Das soll „einfach ein paar Farbtupfer“ an die Straße bringen.

Zur Verfügung stellt ihr die Räume Immobilienunternehmer Baris Babayigit. Er will dort demnächst einen Gastronomiebetrieb ansiedeln — als Teil einer geplanten Gastromeile mit verschiedenen Anbietern von Pizzeria bis Hähnchenbraterei und mit einer Shishabar zwischen Café Moritz und McDonalds.

Babayigit kennt Anita Ranzan, die auch Firmen in Sachen Kunst berät, seit vielen Jahren. Sie unterstützt ihn auch mit Ideen für die Aufwertung der Wohnsiedlung Schmitteborn. Als sie ihm die temporäre Galerie vorschlug, hat er ihr die Räume gleich zur Verfügung gestellt: „Dann können sich die Leute etwas ansehen.“

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