Wuppertal: ISG poliert Oberbarmens Image auf

Wuppertal : ISG poliert Oberbarmens Image auf

Die Eigentümer laden zum Dialog über den Stadtteil ein, der in ihren Augen viel Potenzial hat.

Oberbarmen. Schluss mit Negativimage. Die Immobilieneigentümer und Sponsoren der ISG Oberbarmen-Berliner Straße möchten jetzt mit einer Marketingkampagne Oberbarmens Ruf verbessern. „Oberbarmen hat Probleme, da wollen wir nichts schön reden. Aber der Stadtteil hat weiterhin seine Daseinsberechtigung und Vorzüge“, sagt ISG-Vorsitzender Dieter Weidenbach. Ein Jahr lang habe der Verein an einem Marketingkonzept getüftelt und dafür nach eigenen Angaben rund 10 000 Euro in die Hand genommen.

„Ein paar tausend Flyer“ will die ISG an die Haushalte im Viertel verteilen und zudem Banner und Plakate an der B7 aufhängen. Darauf zu sehen: ein Comic-Löwe, der zum Maskottchen für ein sauberes, ordentliches und sicheres Oberbarmen werben soll. Die Ansprache an die Bürger ist klar: „Es ist in Oberbarmen ein Gefühl von mangelnder Sicherheit und Sauberkeit entstanden.“ Diese negative Entwicklung müsse gestoppt werden. Zum Auftakt lädt die ISG alle betroffenen Bürger am 5. Juli um 12 Uhr auf den Berliner Platz ein. Dort woll die ISG am Infostand mit den Bürgern in den Dialog treten. „Am Anfang von Veränderung stehen immer Gespräche“, sagt Dieter Weidenbach. Als mögliches Ergebnis könnte er sich Aktionen vorstellen, wie etwa Kunstausstellungen in vorübergehend leeren Ladenlokalen. Vor allem möchten die rund 20 Mitglieder der ISG aber herausfinden, wo bei den Bürgern der Schuh drückt. An einem noch nicht fixierten Datum soll ein „Blitz-Blank-Marathon“ folgen.

In einem weiteren Schritt will die ISG an die Schulen herantreten und Jugendliche für das Thema Sauberkeit sensibilisieren. Obwohl Weidenbach zugeben muss, dass die Kooperation mit den Schulen bereits einmal gescheitert ist. „Das war ein harter Rückschlag“, sagt Weidenbach. Eigentlich sollten Oberbarmer Kinder auf den Plakaten Sauberkeit anmahnen und Ordnungsgelder androhen. Doch die ISG konnte keine Schulleitung von der Idee begeistern.

Nicht geholfen hat der ISG, dass die Polizei kürzlich den Berliner Platz und das Umfeld offiziell als „gefährlichen Platz“ eingestuft hat. Anfang des Jahres war die Zahl der Drogendelikte und Raubüberfälle deutlich gestiegen. Trotzdem sagt Polizeisprecher Stefan Weiand: „Der Ruf des Berliner Platzes ist schlechter als der Platz eigentlich ist.“ Man dürfe bei der relativ hohen Zahl der Delikte nicht vergessen, dass es sich bei dem Ort um einen Verkehrsknotenpunkt handelt, der stark frequentiert ist.

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