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In der Fleute: Vereinsheim unbewohnbar

In der Fleute: Vereinsheim unbewohnbar

Die WSW-Baustelle In der Fleute könnte Grund für die Schäden sein. Das Hausmeisterpaar muss ausziehen.

Langerfeld. Wolfgang Schmidt schiebt den Bauzaun zur Seite und bahnt sich seinen Weg über Holzbretter, vorbei an kleineren Baugruben. „Schauen Sie sich die Risse mal an“, sagt er und zeigt auf die Wände des Kleingarten-Vereinsheims, an das sich auch die Hausmeisterwohnung anschließt. „Und das sind keine Putzrisse, die gehen durch.“ Außerdem seien die Fenster verzogen, die Wand sei um Zentimeter abgesackt. Die Schuld geben Schmidt, 2. Vorsitzender des Kleingartenvereins Langerfeld, und seine Kollegen den WSW, die ein paar Meter weiter am Kanal arbeiten.

Seit Februar gebe es die Schäden, sagt Andreas Fieseler, der seit gut zweieinhalb Jahren zusammen mit Nicole Göpper in der Wohnung, die sich im Besitz der Stadt befindet, lebt. Oder besser gesagt lebte. Denn gestern mussten die beiden raus. Zunächst ging es in ein Hotel, später soll dann der Umzug in eine Übergangswohnung erfolgen. „Für ein paar Monate“, erklärt Fieseler. So lange wird es dauern, die Wohnung in der Fleute zu sanieren. Die Kosten dafür und für den zeitweisen Umzug des Paars übernehmen die WSW. Zwar sei nicht zu 100 Prozent klar, dass die Stadtwerke die Verursacher seien, so WSW-Sprecher Holger Stephan. „Aber es ist unsere Baustelle.“

Bereits vor gut fünf Jahren gab es ähnliche Probleme, erinnert sich Schmidt noch gut. Die Terrasse eines Kleingartens war abgesackt, ein Mann in das Loch gestürzt. Als Ursache machten die WSW damals Hohlräume im Untergrund, der aus Kalksandstein besteht, aus. Diese lassen das Erdreich darüber mit der Zeit absacken.

Der Statiker, so Stephan, habe jetzt zum Umzug der Bewohner geraten. „Wir kümmern uns um die beiden, die ja am wenigstens dafür können“, verspricht Stephan. Zeitnah soll eine Wohnung gefunden werden. Wie lang die Sanierung dauern könnte, weiß er allerdings auch noch nicht. In der kommenden Woche gibt es einen weiteren Vororttermin mit Architekten und Statikern.

Auch Schmidt hofft, dass die Schäden bald behoben sind. Der Verein hat seit Jahrzehnten Nutzungsrecht, zahlt keine Miete, hält dafür das Gebäude aber instand. „Tausende von Arbeitsstunden haben wir hier reingesteckt.“ Erst vor gut zwei Jahren habe man das Gebäude saniert. „Alles in Eigenleistung“, ist Schmidt stolz. Und das Vereinsheim ist im Stadtteil beliebt. Praktisch alle Langerfelder Vereine nutzten es für Veranstaltungen. Jetzt müssen sie sich erst einmal nach Alternativen umschauen.