Ideen fürs Oberbarmen von Morgen

2018 wird der Berliner Platz umgestaltet. Angsträume sollen verschwinden und ein Pavillon entstehen.

Oberbarmen. Ein intensiver Überlegungsprozess steht jetzt vor seinem Abschluss. „Im Oktober werden die Fördergelder beantragt, und 2018 ist Baubeginn“, so eröffnete Gunther Stoldt, Abteilungsleiter Städtebau der Stadt Wuppertal, den Informations- und Diskussionsabend am Donnerstag in der Färberei in Oberbarmen. Danach gab er das Mikrofon weiter an Willemijn Enders, Leiterin des Projektes „Umgestaltung Berliner Platz und Umfeld“ im beauftragten Essener Planungsbüro DTP, dessen Vorschläge in einem Wettbewerb den größten Anklang gefunden hatten.

Zuvor hatte es in 2016 drei Informationsveranstaltungen und einen Experten-Workshop gegeben, bei dem sich die stark engagierte ISG Oberbarmen und das Quartierbüro „Vier zwo zwo“ ebenso einbringen konnten wie Bürger, denen das Erscheinungsbild und die Aufenthaltsqualität des viel gescholtenes Oberbarmer Quartiers am Herzen liegen. Auf Stellwänden präsentierte das Planungsbüro das Ergebnis seiner Überlegungen im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“ , und Willemijn Enders erläuterte die Vorhaben für Berliner Platz, Berliner Straße, Schöneberger Ufer und den Bahnhofsvorplatz, die finanziell alle in dem Rahmen von 1,4 Millionen Euro liegen würden.

Die kritischen Zuhörer im Veranstaltungssaal der Färberei nahmen Vieles mit Zufriedenheit zur Kenntnis, machten aber auch etliche Anmerkungen, die sich aus der Praxis des täglichen Lebens im Quartier ergeben hatten. So hatte das Planungsbüro am Schöneberger Ufer die weder eingezeichneten noch vorgesehenen, aber dennoch von den Angestellten der Oberbarmer Geschäfte intensiv genutzten Parkplätze am Schöneberger Ufer gar nicht berücksichtigt. Stattdessen aber angeregt, dass die Brandwände auf den dortigen Hinterhöfen mit Graffiti-Kunst gefälliger gestaltet werden sollten. Die dort stehenden Bäume will man belassen und überlegt, auch die voluminösen Fernwärmeleitungen ebenfalls zu verschönern.

Auf der Berliner Straße soll widerstandsfähige Pflastermalerei mit der Darstellung „Barmer Artikel“ ein freundlicheres Bild abgeben. Natürlich war der Berliner Platz ein heißer Diskussionspunkt. In einem „Konzept 2021“ war der dort bestehende Kiosk gar nicht mehr vorgesehen. Und gerade der ist ja der Anziehungspunkt einer trinkfesten, aber als harmlos geltenden Szene, die sich bei Regen oder anderen Witterungsunbilden gegenüber unter einem Pavillon-Dach unterstellt.

„Wir wollen niemanden vom Berliner Platz verdrängen“, so Enders, wohlwissend, dass sich diese Menschen einen anderen Platz in der Nähe suchen würden. Ausgedehnt werden sollen die Fahrradwege, die zum Teil in beiden Richtungen an der Außengastronomie vorbei und entlang der Wupper führen sollen. Das Planungsbüro hatte auch eine Aufwertung der „Bühne“ auf dem Berliner Platz ins Auge gefasst, was jedoch auf Erstaunen der Zuhörer stieß. „Diese Stelle am Rande des Platzes haben wir nie als Bühne wahrgenommen“, hieß es fast einstimmig, und Lutz Eßrich, der stellvertretende Vorsitzende der Wuppertal-Bewegung, regte an, dort einen Pavillon zu installieren, der die in Wuppertals Osten ankommenden Gäste auf die Anbindungen und Möglichkeiten der Nordbahntrasse hinweisen würde.

„Aufwertung durch Belebung“, war ein Leitsatz von DTP, das gerade am Berliner Platz verbesserte Nutzbarkeit und mögliche Blicke auf attraktive Punkte wie den Schwebebahn-Endpunkt oder die Wupper ausgemacht hatte. Die These „Der Berliner Platz muss im Stadtbild verankert werden“ fand allgemeine Zustimmung, so wie die Absicht die Verbindung vom Bahnhofsvorplatz zur Rosenau attraktiver zu gestalten. Jetzt gibt es dort eine Unterführung, die bei Dunkelheit einen „Angstraum“ darstellt, die aber möglichst geschlossen werden soll. „Noch sind drei Wochen Zeit, Anregungen einzubringen“, so Willemijn Enders am Ende der anderthalbstündigen Veranstaltung.