Wuppertal: Hunde greifen Hunde an - Bissattacken werden zum Ärgernis

Wuppertal : Hunde greifen Hunde an - Bissattacken werden zum Ärgernis

Der Hund von Armin Gansloser wurde drei Mal in sechs Monaten angegriffen. So etwas kann Folgen haben.

Heckinghausen. Als Armin Gansloser mit seinem Mischlingshund Tomy auf dem Scharpenacken unterwegs ist, tauchen plötzlich zwei fremde Hunde auf. „Einer hat ihm den Weg abgeschnitten“, sagt Gansloser. „Dann sind sie beide drauf.“ Bis die Halterin der beiden heran ist, habe eine Weile gedauert. Ergebnis: Tomy hat einen blutigen Riss am Hinterteil. Gansloser: „In den letzten sechs Monaten wurde mein Hund dreimal Opfer von Bissattacken.“

Die meisten Hunde seien zwar gut erzogen, sagt Gansloser, aber es gebe immer mehr, deren Halter sie nicht im Griff hätten. Wenn Gansloser den Fall hätte melden wollen, dann hätte ihn sein Weg zum Bergischen Veterinäramt nach Solingen geführt. Dort verzeichnet man eine leicht steigende Tendenz bei der Meldung von Beißvorfällen.

144 waren es 2014, 151 im Jahr 2015. Das gilt für das gesamte Städtedreieck. Stephan Trutzenberg vom Veterinäramt: „Für Wuppertal liegen uns keine separaten Zahlen vor.“ Bestimmte Rassen würden nicht besonders oft auffällig. Was passiert, wenn eine Meldung beim Amt eingeht? „Unmittelbar nach Bekanntwerden wird eine Risikobewertung vorgenommen“, so Trutzenberg. Wenn es sich um einen gefährlichen Hund handeln könnte, wird er zum Wesenstest geladen. Je nach dem, wie der Hund sich da zeigt, passiert entweder nichts oder es wird ein Leinen- und/oder Maulkorbzwang verhängt.

In extremen Fällen kann der Hund auch weggenommen werden. Trutzenberg: „Die notwendigen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr werden schnellstmöglich eingeleitet.“ Es könne aber auch andere Auflagen geben, so Trutzenberg. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass Hund und Halter eine Hundeschule besuchen müssen. Nach einer bestimmten Zeit müssen sie sich dann erneut vorstellen und können zeigen, ob sie etwas gelernt haben.

Eigentlich seien es ganz einfache Benimmregeln, die Hunden und Menschen einen entspannten Spaziergang ermöglichen würden, findet Gansloser. „Ist ein Hund immer wieder unverträglich mit anderen Hunden oder man hat ihn ohne Leine nicht unter Kontrolle: Bitte anleinen, bevor es zum Kontakt mit fremden Hunden kommt. Sieht man einen angeleinten Hund auf sich zukommen, leint man sein Tier ebenfalls an. In der Regel hat es einen Grund, wenn Hunde angeleint sind. Und Zeit zum Spielen ist an der Leine auch nicht.“

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