Hugo Boss, Tommy Hilfiger und Co.setzen auf Knöpfe aus Wuppertal

Hugo Boss, Tommy Hilfiger und Co.setzen auf Knöpfe aus Wuppertal

Seit 100 Jahren werden in der Fabrik Pfennig-Schumacher Knöpfe für den Weltmarkt hergestellt.

Barmen. Im Jahr 1874 wurde sie von Karl-August Pfennig gegründet — und erhielt nach dem Zusammenschluss mit der Maschinenfabrik Schumacher ihren Namen: die Knopffabrik Pfenning-Schumacher-Werke (PSW). Seit 1907 steht am Barmer Sedansberg in der Alarichstraße das Denkmal geschützte Fabrikgebäude mit Klinkerfassade und großen Fenstern der heutigen Bielefelder Firmen PSW Knopf GmbH und Union Knopf GmbH.

Die Knopfproduktion war in Wuppertal bereits seit 1830 ein lukrativer Gewerbezweig und dies setzt sich bis heute fort. Denn seit 100 Jahren besitzt das Unternehmen eine Ausnahmestellung auf ihrem Gebiet. „Aufgrund des hohen Echthornanteils kann der Laie einen PSW-Knopf nicht von einem echten Hornknopf unter-scheiden“, sagt der stellvertre-tende Geschäftsführer Michael Hellbeck, der in 28 Jahren vor jeder Saison die „richtigen“ Trends erkennen und an die Bedürfnisse der weltweiten Kunden anpassen muss. Zu den Größten gehören Hugo Boss, Tommy Hilfiger und Strellson.

Service und Innovation werden bei der PSW Knopf, die seit 1972 eine hundertprozentige Tochterfirma der Union GmbH ist, groß geschrieben. Mit mehr als 400 Artikeln pro Saison multipliziert mit Farben und Größen wird das Unternehmen dem Ruf der Kunden nach Individualität gerecht und behauptet sich auf den Messen von München, Paris und Mailand.

Urgestein Bernd Schäfer arbeitet seit 47 Jahren in Wuppertal und ist als Prokurist für die technischen Details verantwortlich. „Man hatte 1911 den Wunsch, den aus dem massiven Stück des Rinderhorns gewonnenen Rohstoff so zu imitieren, dass Machbarkeit und Wiederholbarkeit gewährleistet waren. Da der Kunststoff spröde wurde, musste er mit Füllstoffen versehen werden - Bakelit ist heute das wohl bekannteste Material.“

Bei der Knopfherstellung werde das Polyestermaterial zunächst zu Platten gegossen. In die rotierenden Trommeln werde Harz hineingegeben, bevor die danach gestanzten Rondelle zu Knöpfen verarbeitet werden, erklärt Schäfer und ist stolz auf die 150-köpfige Belegschaft. „Gemusterte und gemaserte Optiken, mit Stoff überzogene Knöpfe, Knöpfe aus Holz, Leder, Metall — die Kunden sind erstaunt, wie viel Handarbeit bis zum fertigen Knopf nötig sind“, plaudert Schäfer aus dem Nähkästchen, wo desöfteren Knöpfe zu Hause sind.

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