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Hoch hinaus: Der andere Blick über Barmen

Hoch hinaus: Der andere Blick über Barmen

Tag der offenen Tür: Die Firma Spielhoff hob ihre Besucher mit zwei neuen Arbeitsbühnen 53 und 70 Meter hoch über Barmen.

Barmen. Weiße Zahnstocher strecken sich im Schneckentempo empor und kratzen am grauen Himmel. Von hoch oben schauen Menschen hinunter zu denen, die hinaufschauen. Das klingt nach perfekter Ratlosigkeit, bereitet aber allen Beteiligten größte Freude: Die Firma Spielhoff System-Lift hat sich "zu neuen Höhen" aufgemacht und feierte am Wochenende einen Tag der offenen Tür mit Aufzugfahrten in die Lüfte.

"Sehr windig", ist der erste Eindruck des Schülers Oliver Herrmann. Zunächst wollte er ja gar nicht in den Korb steigen. Vater Horst hat dann die erste Tour unternommen. "Bei 38 Metern habe ich aber Stop gesagt." Das wollte der Sohn natürlich toppen. "Prima Aussicht." Der ganz andere Eindruck von Barmen hat tatsächlich seine Reize, auch wenn es oben ziemlich kräftig schüttelt, denn der Mast steht auf festen Füßen und folgt dem Wind nicht so sanft wie ein Ballon.

Die neuen Höhen haben für Firmenchef Hans-Peter Spielhoff eine griffige Größe: 123. Das addiert sich aus den Arbeitshöhen 53 und 70 Meter, die die beiden frisch angelieferten Bühnen erreichen. "Die stammen von unterschiedlichen Herstellern", sagt Spielhoff. "Nachdem der erste pünktlich zum Wochenende angeliefert wurde, wollte sich der andere Hersteller nicht lumpen lassen und hat es auch noch geschafft." Da stehen die beiden Riesen nun nebeneinander und tragen im Wechsel Besucher hoch über die Zeughausstraße.

Doch bei welchen Anlässen geht es aus beruflichen Gründen in solche Höhen? "Funkantennen", nennt Spielhoff ein Beispiel. "Oder bei der Wartung von Windkraftanlagen." Spielhoffs Bühnen kommen meistens in einem Radius von 50 Kilometern zum Einsatz. "Wir sind ein regionaler Anbieter." Dennoch gibt es Sonderaufgaben in der Ferne. Momentan ist ein Gerät sozusagen auf der Pilgerstraße im Einsatz, im spanischen Galicien, nicht weit vom Jakobsgrab. "Da kommen dann Fahrer aus Spanien. Wenn alles klar geht, sind die in zwei Tagen vor Ort."

Der unkomplizierte Tauschvorgang verweist auf einen lockeren Umgang mit anderen Anbietern. "Wir verstehen uns weniger als Konkurrenz, vielmehr als Kollegen." So finden sich dann auch beim Tag der offenen Tür vor allem Geschäftspartner auf dem Firmengelände: 300 Gäste. Einem von ihnen winkt bei der Tombola noch mehr Aufwind per Ballonfahrt.