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Himmelfahrts-Prozession im Regen: Abgekürzt, aber schön

Himmelfahrts-Prozession im Regen: Abgekürzt, aber schön

Zur traditionellen Prozession kamen wieder viele Besucher.

Beyenburg. Festlich Weiß und Gelb geschmückt begrüßten Fachwerkhäuser und Straßen Gläubige und Besucher zur Beyenburger Himmelfahrt, dem höchsten kirchlichen Feiertag im entlegensten Stadtteil Wuppertals. Statt des in den vergangenen Jahren liebgewonnenen Sonnenscheins prägte diesmal permanenter Nieselregen das Bild.

So verkündete Klosterbruder Dirk Wasserfuhr am Ende des festlichen Hochamtes in der eindrucksvollen Klosterkirche Sankt Maria Magdalena: „Die Prozession geht diesmal nur über eine Etappe. Rüstet schon mal Eure Regenschirme.“

Den feierlichen Gottesdienst zelebrierte in diesem Jahr nicht der erkrankte Beyenburger Pfarrer Benedikt Schmetz. An seiner statt agierten fünf Geistliche mit dem Personalchef des Erzbistums Köln, Stefan Weißkopf, an der Spitze. Untermalt wurde die Zeremonie durch den wohlklingenden Gesang des Kirchenchors und am Schluss Salutschüsse und das „Beiern“ — eine alte Tradition, bei welcher der männliche Nachwuchs Beyenburgs die Kirchenglocken von Hand schlägt.

Milde lächelnd schaute Papst Franziskus von einem Transparent über dem Kirchenportal auf den Prozessionszug. Der schritt, begleitet von Oberbarmer Blasorchester und evangelischem Posaunenchor, zur Beyenburger Freiheit, um am geschmückten Christusbild zu singen und zu beten. Am Kriegermal kehrte die Gemeinde mit der Schützenbruderschaft, der Schwelmer Kolpingjugend und einigen anderen Gruppen wieder um.

Sechs weiß gekleidete Messdienerinnen trugen den gewichtigen Schrein mit den Gebeinen der Heiligen Odilia. Zurück in der Klosterkirche, wurden die restlichen Abschnitte der Prozession im Trockenen zelebriert und die 33 Choräle gesungen.

„Ich bin zwar aus Elberfeld, aber zur Himmelfahrts-Prozession komme ich regelmäßig nach Beyenburg“, sagte Besucherin Rosa Zych. Für die Düsseldorfer Wandergruppe des Sauerländischen Gebirgsvereins Swar der idyllische Stadtteil sogar das diesjährige Ziel. „Mein Mann ist hier geboren und wollte uns zeigen, wie schön Beyenburg ist“, sagte Rosa Maria Ludikus. Mitwandernde Barbara Muckschit war trotz miesen Wetters begeistert: „Herrlich ist das hier.“

Gegen Mittag wurde es in Beyenburg wieder weltlich: Statt Weihrauch wehte der Duft von Bratwurst und gebrannten Mandeln über den Kirchweihplatz vor der „Alten Bruderschaft“.