1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Stadtteile
  4. Barmen

Händler fordern mehr Unterstützung

Händler fordern mehr Unterstützung

Ortstermin thematisiert die schwierige Situation des Einzelhandels.

Oberbarmen. Schwere Wolken hängen über dem Wupperfelder Markt, sie scheinen wie ein Spiegel der Mutlosigkeit im Quartier. Aber die Runde, die sich um Hans-Peter Vorsteher versammelt hat, möchte sich keinesfalls zu den Sauertöpfen gesellen. Vielmehr hat der Fraktionsvorsitzende der Grünen dazu aufgerufen, bei einem Spaziergang entlang der Berliner Straße über die Chancen für Oberbarmen nachzudenken.

Während die ersten Tropfen vom Himmel fallen, erläutert Petra Schmähling-Gruß vom Bezirkssozialdienst, wie es hinter den Fassaden des Quartiers aussieht. Dieser Einblick ist insofern kaum nötig, als die Fassaden keineswegs eine heile Welt vorgaukeln. Da sei von den Hausbesitzern seit Jahren nicht viel getan worden, heißt es — und genau das springt ins Auge.

Georg-Eicke Dalchow vom Rheinischen Einzelhandelsverband wirft indessen ein, man solle Oberbarmen nicht niedermachen. Hans-Erich Richling, 1. Vorsitzender des Bürgerforums Oberbarmen, kann das nur unterstützen. Statt auf die Probleme hinzuweisen, die sich aus dem bunten Völkergemisch ergäben, solle man sich freuen, dass der Bezirk durch den Zuzug zwar finanzschwacher, aber junger Familien belebt werde.

Kaum hat Thomas Weyland von der Zwischennutzungsagentur Wuppertal verdeutlicht, dass die alte Nutzung der Ladenlokale nicht mehr möglich sei, da setzt sich die Gruppe der Spaziergänger in Bewegung, um das wahre Gesicht des Niedergangs in Augenschein zu nehmen.

„Kisa’s Chicken Inn“ ist ein Musterbeispiel für den Abstieg. Der vollmundige Name hat allem Anschein nach nie so recht zur Lokalität gepasst, die keineswegs als Appetitanreger erscheint. Inzwischen steht die eingeschossige Imbissbude leer und wirkt abbruchreif. Beim Metzger Mattern nebenan gibt es nur Klage über die Zustände. Seit 38 Jahren sei die Fleischerei hier ansässig, aber so schlimm sei es in Oberbarmen nie gewesen. Dann zeigt Mattern auf ein Schlagloch im Asphalt vor seiner Tür. Das Loch fülle sich bei Regen mit Schmutzwasser, das von den Autos in sein Geschäft geschleudert werde. Die Stadt habe auf seinen Protest hin nur mit einer Notreparatur reagiert.

Gegenüber dem Berliner Platz endet der Rundgang mit einem langen Vortrag von Jutta Schultes, Ressort Soziale Stadt, der vor allem eines aufzeigt: Allzu viel scheitert auch an bürokratischen Hürden. Genau da will Peter Vorsteher ansetzen und sich in Düsseldorf unter anderem dafür engagieren, dass die Zwischennutzungsagentur ihre wertvolle Arbeit fortsetzen kann.